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Die amerikanische Streichliste: Sein oder nicht Sein?

Von Gerhard Piper, Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS)

Am 16. August kündigte der amtierende US Präsident George Bush eine Reduzierung der im Ausland stationierten Streitkräfte an. (1) Dadurch sollen Gelder eingespart werden, die dann in die Waffenmodernisierung gesteckt werden können, um die Interventionsfähigkeit der Truppen zu erhöhen. Mit der Rückkehr der Einheiten in die USA sollen dort Militärstandorte gesichert und zivile Arbeitsplätze geschaffen werden, versprach Bush und so diente seine Rede eindeutig auch Wahlkampfzielen. Nach dem amtlichen Fahrplan für die Redislozierung der Streitkräfte, dem so genannten Base Realignment and Closure (BRAC) werden die tatsächlichen Festlegungen erst nächstes Jahr getroffen.

Gemäß der Ankündigung von Bush sollen ab 2006 rund 45.000 GIs aus Europa abgezogen werden. In der Bundesrepublik sind heute fast 76.000 Soldaten stationiert. Allerdings handelt es sich dabei um das fiktive Plansoll, die reale Präsenzstärke ist wesentlich geringer, weil tausende Soldaten aus der BRD gegenwärtig an denKämpfen im Irak beteiligt sind. Nach den US-Planungen soll langfristig rund die Hälfte der Soldaten aus der BRD in die USA zurückverlegt werden.

Dies betrifft insbesondere die US Army, weil sie fast 59.000 Mann in der BRD unterhält, ein Geschwader der US Luftwaffe und das Europa-Hauptquartier der Marineinfanterie. Hauptkontingent des Heeres ist das V Korps in Heidelberg (ca. 42.000 Soldaten) unter dem Kommando von Generalleutnant Ricardo S. Sanchez (2), der wegen seiner Verwicklung in die Folteraffäre als Kommandeur der US-Truppen im Irak abgelöst wurde, aber seinen Kommandoposten beim V. Korps behalten durfte. Dem Korps sind zwei Divisionen unterstellt: die 1. Infanteriedivision in Würzburg (3) und die 1. Panzerdivision in Wiesbaden (4). Letztere verfügt über 16.500 Soldaten, die u.a. mit 159 Kampfpanzer M1A1 Abrams, 173 Schützenpanzer M2 Bradley, 36 Haubitzen M109A6 Paladin, 18 Mehrfachraketenwerfer M270 MLRS und 18 Hubschrauber AH-64 Apache ausgerüstet sind.

Während von Seiten der Friedensbewegung der Abzug der US-Streitkräfte voll zu begrüßen ist, sind auf Seiten der betroffenen Kommunen negative Folgen unvermeidlich. Aber nur einmal, im Juni 2003, gab es von Seiten einiger Bürgermeister den zögerlichen Versuch, sich zu vernetzen, um geschlossen gegen die Schließungspläne zu intervenieren. Nun wird der Kaufkraftverlust durch den Weggang der Soldatenfamilien die heimische Wirtschaft angesichts klammer Gemeindekassen und Massenarbeitslosigkeit zusätzlich beuteln. Verteidigungsminister Peter Struck sprach von einem "schweren Verlust für viele Regionen". So rechnet der Bürgermeister von Kitzingen (22.000 Einwohner), Franz Böhn, im Falle des Abzugs der 3.500 Soldaten mit einem Ausfall bei den kommunalen Einnahmen in Höhe von 2,5 Mio. Euro, das entspricht fast 7 Prozent. Im Raum Baumholder befürchtet Bürgermeister Volkmar Pees einen Verlust von 600 Arbeitsplätzen allein bei den deutschen Zivilbeschäftigten. "Wenn das nicht mehr ist, dann ist hier der Ofen aus," meinte er zu dem bevorstehenden Weggang der Amerikaner. (5)

Bevor durch Konversionmaßnahmen neue zivile Arbeitsplätze geschaffen werden können, müssen die alten US-Kasernen ersteinmal saniert und die Umweltsünden der Amerikaner auf Kosten der deutschen Steuerzahler beseitigt werden. Nun können die Bürgermeister nur noch hoffen, daß wenigstens ein Teil der Soldaten bleibt oder durch neue Einheiten aus den USA ersetzt werden. In einer Erklärung des Weißen Hauses vom 16. August 2004 heißt es: "Schwere, auf einen Bodenkrieg in Europa ausgerichtete Streitkräfte werden in die Vereinigten Staaten zurückverlegt. Sie werden durch fortschrittliche, dislozierbare Fähigkeiten und luftgestützte Einheiten (Fallschirmjäger oder Special Forces, G. P.) ersetzt, unterstützt durch hochentwickelte Ausbildungseinrichtungen und hochleistungsfähige mobile Infrastruktur." (6)

Die Planungen im Pentagon sind noch nicht soweit gediehen, daß die Militärs schon eine offizielle Liste der betroffenen Einheiten und Standorte vorlegen können. Daher gilt es für die Friedensbewegung, selbst eine Aufstellung zu machen. Aber wie bei vielen Militärfragen gibt es auch bezüglich der Dislozierung der US Streitkräfte in der Bundesrepublik zahlreiche Wissenslücken und Ungereimtheiten. Soweit bekannt sind die Truppen auf 74 Standorte mit insgesamt 310 Militärobjekten (Kasernen, Bunker, Funkmasten, Radartürme) verteilt. (7) Allerdings können die Militäreinheiten nicht immer einem bestimmten Militärobjekt und die Kleinobjekte nicht immer einem bestimmten Militärstandort zu geordnet werden. Die folgende Auflistung der zur Disposition stehenden Militärstandorte kann daher nur einen ersten, lückenhaften Überblick bieten.

Für jede einzelne Gemeinde werden zunächst die bekannten Kasernen genannt, ohne dass damit die gesamte militärische Infrastruktur (Depots, Sendeanlagen etc.) erfaßt werden würde. Anschließlich werden ausschließlich die lokalen Militäreinheiten des V. Korps, der Luftwaffe und der Marineinfanterie ab Kompaniestärke erfaßt, die nach dem gegenwärtigen Stand der Planungen voraussichtlich aus Europa abgezogen werden. So kann jeder selbst nachschauen, welche US-Einheiten in seiner Nähe abziehen oder dableiben.

Ansbach-Katterbach:

In Ansbach gibt es drei Kasernenanlagen: Barton Barracks, Katterbach Kaserne und Shipton Kaserne.

Katterbach Kaserne:
- Hauptquartier der 4th Aviation Brigade der 1st Infantry Division
- 1st Aviation Battalion "Gunfighters" (AH-64 Apache)
- 2nd Aviation Battalion "Fighting Eagle" (UH-60 Blackhawk, AH-64 Apache)
- Hubschrauberstaffel 45th Medical Company (Air Ambulance)
- 601st Aviation Support Battalion "Dragon Support"

Außerdem sind in Ansbach folgende Einheiten stationiert:
- 6th Air Defense Artillery Battalion mit Patriot-Raketen
- 235th Base Support Battalion

Babenhausen:

In Babenhausen gibt es als einzige Militäranlage die Babenhausen Kaserne.

Babenhausen Kaserne:
- 1st Field Artillery Battalion "Railgunners" mit MLRS
- Zwei Kompanien des 5th Air Defense Artillery Battalion mit Patriot-Raketen
- 77th Maintenance Company

Bad Kreuznach:

In Bad Kreuznach gibt es die Rose Barracks.

Rose Barracks:
- Stab der Engineer Brigade der 1st Armored Division

Bamberg:

In Bamberg gibt es das Bamberg Airfield und die Warner Barracks.

Warner-Barracks:
- Stab der Division Artillery der 1st Infantery Division "Drumfire"
- Stab der Engineer Brigade der 1st Infantery Division "Devastator"
- Stab der 1st Armor Division Artillery "Iron Steel"
- 1st Field Artillery Battalion "Centaur"
- 1st Field Artillery Battalion (MLRS/TA) "Golden Lions"
- 54th Engineer Battalion "Daggers-In"
- 82nd Engineer Battalionv - 317th Maintenance Company "Wolfpack"
- 279th Base Support Battalion
- 7th Corps Support Group
- 627th Movement Control Team
- 634th Deployment Support Teamv - 635th MRD

Baumholder:

In Baumholder gibt es neben dem Truppenübungsplatz das Baumholder Airfield und drei Kasenern: H. D. Smith Barracks, Strassburg Kaserne und Wetzel Kaserne. Insgesamt sind hier rund 5.500 Soldaten stationiert.

H. D. Smith-Barracks:
- Hauptquartier der 2nd Brigade "Iron Brigade" der1 st Armored Division
- 1st Infantry Battalion
- 2nd Infantry Battalion "Gators"
- 1st Armored Battalion
- 4th Field Artillery Battalion "Iron Thunder" mit 155mm Haubitzen Paladin
- 40th Engineer Battalion
- 47th Forward Support Battalion
- 90th Personnel Service Battalion
- 222nd Base Support Battalion

Böblingen:

In Böblingen gibt es die Panzer Kaserne.
v Panzer Kaserne:
- Hauptquartier des US Marine Corps in Europa (MARFOREUR)

Der Stab soll nach Italien verlegt werden.

Büdingen:

Einzige größere Militäranlage in Büdingen sind die Armstrong Barracks:

Armstrong-Barracks:
- 1st Cavalry Squadron

Darmstadt:

Vier Militäranlagen gibt es in Darmstadt: Cambrai Fritsch Kaserne, Ernst Ludwig Kaserne, Kelley Barracks und das Griesheim Airfield.

Cambrai-Fritsch-Barracks:
- Hauptquartier der 22nd Signal Brigade "Victory Voice" des V Corps
- 440th Signal Battalion
- 55th Postal Company
- 102nd Signal Battalion Support
- 233rd Base Support Battalion

Kelley Barracks:
- 32nd Signal Battalion "Sound the Warhorns"
- 596th Maintenance Company
- 165th Military Intelligence Battalion

Dexheim:

Einziges Militärobjekt in Dexheim sind die Anderson-Barracks.

Anderson-Barracks:
- 123rd Main Support Battalion

Erlensee (bei Hanau):

In Erlensee besteht nur die Fliegerhorst Kaserne.

Fliegerhorst Kaserne:
- Hauptquartier der 4th Aviation Brigade "Iron Eagle" der 1st Armored Divison.
- 1st Attack Battalion mit verschiedenen Hubschraubertypen ausgerüstet: OH-58D Kiowa, UH-60 Blackhawk, AH-64 Apache
- 127th Aviation Support Battalion
- 709th Military Police Battalion "Warriors"
- 3rd Air Traffic Control Battalion

Frankfurt:

In Frankfurt gibt es nur die Rhein-Main Air Base, obwohl diese verwaltungstechnisch gar nicht zur Kommune Frankfurt gehört.

Rhein-Main Air Base:
- 726th Air Mobility Squadron für die technische Abwicklung des gesamten Fracht- und Personenverkehrs
- 469th Air Base Group für die Bereitstellung der Infrastruktur einschließlich der Versorgung der Passagiere
- 16th Expeditionary Support Squadron zur Unterstützung der SFOR-Truppen in Bosnien-Herzegovina (Operation JOINT FORGE) und der KFOR-Einheiten im Kosovo (Operation JOINT GUARDIAN)
- 64th Personnel Replacement Company

Die US Air Force Europe wird den von ihr genutzten Teil des Flughafens zum 31.12.2005 an die zivile Flughafen AG zurückgeben. Normalerweise sind 680 Soldaten und 1105 Zivilisten auf der Luftwaffenbasis beschäftigt. Den 50 Angestellten deutscher Nationalität wurde bereits gekündigt.

Die Einheiten werden zum Jahreswechsel 2005/06 nach Ramstein, möglicherweise auch nach Spangdahlem verlegt.

Friedberg (bei Giessen):

In Friedberg gibt es die Ray Barracks.

Ray-Barracks:
- Hauptquartier 1st Armored Brigade "Forerunners" der 1st Armored Division
- 1st Infantry Battalion "Spartan"
- 1st Armored Battalion "Bandits"
- 2nd Armored Battalion "Dukes"
- 501st Forward Support Battalion "Providers"
- 55th Personnel Services Battalion (Teile)
- 284th Base Support Battalion
- 501st Military Police Company

Die 1st Armored Brigade soll nicht in die USA zurückverlegt werden. Vielmehr wird sie auf rund 3.400 Soldaten verkleinert und vom Kampfpanzer Abrams auf den neuen Radpanzer Stryker umgerüstet. Als hochmobile "Stryker Brigade Combat Team" wird der Verband zukünftigt auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern stationiert, der gegenwärtig für 630 Mio. Dollar ausgebaut wird. (8) Über den Zivilflughafen Nürnberg kann die neue Interventionstruppe jederzeit nach Afrika oder den Nahen Osten verlegt werden.

Giebelstadt (bei Würzburg):

In Giebelstadt ist nur das Army Air Field vorhanden.

Army Air Field:
- Hauptquartier 12th Aviation Brigade des V Corps "Wings of Victory"
- 3rd Aviation Battalion "Victory's Guardians"
- 3rd Aviation Battalion "Storm Riders"
- 5th Aviation Battalion "Mission Ready" mit Transporthubschraubern UH-60L Blackhawk.
- Hauptquartier der 69th Air Defense Artillery Brigade des V. Corps mit Patriot-Flugkörpern
- 523rd Medical Company

Giessen:

In Giessen ist folgende Einheit stationiert:
- 2nd Field Artillery Battalion "Gunners" mit 155mm Haubitzen Paladin

Grafenwöhr:

In Grafenwöhr ist folgende Einheit stationiert:
- 561st Medical Company

Hanau:

In Hanau gibt es acht Militäranlagen: Argonner Kaserne, Fliegerhorst Airfield Kaserne, Harvey Barracks, Hutier Kaserne, Pioneer Kaserne, Underwood Kaserne, Wolfgang Kaserne und Yorkhoff Kaserne.

Harvey Kaserne:
- Stab des Division Support Command der 1st Infantry Division

Hutier Kaserne:
- 160th Corps Support Group
- 485th Corps Support Battalion
- 69th Chemical Company

Pioneer Kaserne:
- Hauptquartier der 130th Engineer Brigade " des V Corps
- 565th Engineer Battalion
- 39th Finance Battalion

Underwood Kaserne:
- Drei Kompanien des 5th Air Defense Artillery Battalion mit Patriot-Raketen

Wolfgang Kaserne:
- 55th Postal Company

Yorkhoff Kaserne:
- Stab der 104th Area Support Group

Außerdem sind in Hanau folgende Einheiten stationiert:
- 414th Base Support Battalion
- 626th Movement Control Team
- 633rd Deployment Support Team

Heidelberg:

In Heidelberg gibt es acht Militäranlagen: Campbell Barracks, Hammonds Barracks, Heidelberg Airfield, Kilbourne Kaserne, Nachrichten Kaserne, Patton Barracks, Stern Kaserne und Tompkins Barracks.

Campbell-Barracks:
- Hauptquartier des V Corps

Nachrichten Kaserne:
- Hauptquartier der 30th Medical Brigade des V Corps

Patton Barracks:
- 302nd Military Intelligence Battalion des V Corps. Die Alpha Company der Einheit war an den Folterungen von Gefangenen im Abu Ghureib-Gefängnis beteiligt.
- 411th Base Support Battalion

Außerdem sind in Heidelberg folgende Einheiten stationiert:
- 93rd Dental Battalion
- 26th Area Support Group

Idar-Oberstein:

In Idar-Oberstein ist folgende Einheit stationiert:v - 1st Field Artillery Bataillon "Deep Steel"

Illesheim:

In Illesheim gibt es dieStorck Barracks mit einem Army Air Field.

Army Air Field:
- 11th Aviation Regiment des V Corps
- 2nd Aviation Squadron mit Kampfhubschrauber AH-64 Apache
- 6th Aviation Squadron mit Kampfhubschrauber AH-64 Apache
- 235th Base Support Battalion
- 7th Aviation Maintenance Company
- 147th Maintenance Company

Kaiserlautern:

In den Pulaski Barracks in Kaiserslautern ist die 415th Base Support Battalion stationiert. Diese Einheit bleibt wahrscheinlich erhalten, aber sie muß zukünftig einem neuen Verband unterstellt werden, da mit dem Abzug des V. Korps ihre übergeordnete Area Support Group aufgelöst wird.

Kitzingen:

In Kitzingen gibt es die Harvey und die Larson-Barracks mit insgesamt 3.500 Soldaten.

Larson-Barracks:
- 4th Air Defense Artillery Battalion "First Strike".

Die 750 Soldaten des Bataillons sind mit mindestens 20 Schützenpanzer Bradley, 24 Flak-Panzer Avenger und 30 Stinger Flugabwehrraketen ausgestattet. Nach seiner Rückkehr aus dem Irak wird das Bataillon 2005 aufgelöst.

Außerdem sind in Kitzingen folgende Einheiten stationiert:
- Division Support Command der 1st Infantry Division "Durable"
- 17th Signal Battalion "We lead the way!"
- 121st Signal Battalion "Danger´s Voice"
- 12th Chemical Company

Landstuhl:

In Landstuhl gibt es einen Hubschrauberlandeplatz.

In Landstuhl sind folgende Einheiten stationiert:
- 236th Medical Company (Air Ambulance)
- 464th Medical Company

Mannheim:

In Mannheim gibt es sechs Kasernen: Coleman Barracks, Funari Barracks, Spinelli Barracks, Sullivan Barracks, Taylor Barracks und Turley Barracks.

Coleman Barracks Annex:
- Hauptquartier der 18th Military Police Brigade des V Corps

Außerdem ist in Mannheim folgende Einheit stationiert:
- 293rd Base Support Battalion

Miesau

Miesau Army Depot:
- 226th Medical Logistics Battalion
- 212th Mobile Army Surgical Hospital

Schweinfurt:

In Schweinfurt bestehen drei Militäranlagen: Conn Barracks, Ledward Barracks und Leighton Barracks.

Conn-Barracks:
- Hauptquartier der 2nd Brigade "Dagger" der 1st Infantry Division
- 1st Infantry Battalion "Vanguards"
- 1st Armor Battalion "Steel Tigers"
- 1st Cavalry Squadron "Quarterhorse"
- 299th Forward Support Battalion
- 601st CSD

Ledward Barracks:
- 1st Infantry Battalion "Blue Spartans"
- 1st Field Artillery-Battalion
- 9th Engineer Battalion (Combat)
- 280th Base Support Battalion
- 38th Personnell Service Battalion
- 106th Finance Battalion
- 630th Military Police Company

Spangdahlem:

In Spangdahlem gibt es nur den Fliegerhorst.
Spangdahlem Air Base:
- 52nd Fighter Wing mit folgenden Kampfstaffeln:
- 22nd Fighter Squadron mit 19 Jagdflugzeugen F-16C/D Fighting Falcon und F-16CJ Wild Weasel
- 23rd Fighter Squadron mit 26 Jagdflugzeugen F-16C/D Fighting Falcon und F-16CJ Wild Weasel
- 81st Fighter Squadron mit 21 Panzerbekämpfungsflugzeuge A-10A Thunderbolt II

Es ist geplant, eine der beiden Jagdstaffeln nach Incirlik in der Türkei zu verlegen. In der Presse wird gelegentlich angedeutet, dass das gesamte Geschwader verlegt werden könnte. Dann müßte zwangsläufig dr gesamte Flughafen stillgelegt werden. Dies ist aber unwahrscheinlich, da der Fliegerhorst erst in den letzten Jahren ausgebaut wurde.

Vilseck:

In Vilseck gibt es neben der Rose Barracks das South Camp Vilseck und den Truppenübungsplatz.

Rose Barracks:
- 2nd Infantry Battalion "Ramrods"
- 1st Armor Battalion
- 2nd Armor Battalion
- 94th Engineer Battalion (Combat) (Heavy)
- 201st Forward Support Battalion
- 409th Base Support Battalion

Außerdem ist in Vilseck folgende Einheit stationiert:
- Hauptquartier der 3rd Brigade der 1st Infantry Division

Wackernheim (bei Mainz):

In Wackernheim gibt es die McCully Barracks.

McCully Barracks:
- 501st Military Intelligence Battalion
- 1st Air Defense Artillery Battalion der 1st Armored Division, das mit Stinger-Raketen bewaffnet ist. Die Einheit wird im September 2004 im Rahmen der Heeresreform aufgelöst.

Wiesbaden-Erbenheim:

Einzige größere Militäranlage in Wiesbaden ist das Army Airfield, wo insgesamt rund 3.000 Soldaten stationiert sind.

Army Airfield:
- Hauptquartier der 1st Armored Division "Old Ironsides"
- Hauptquartier der 205th Military Intelligence Brigade. Die Geheimdienstbrigade war zuletzt in Bagdad stationiert und an die Folterungen von Gefangenen im Abu Ghraib-Gefängnis beteiligt. (9)
- Stab des 3rd Corps Support Command des V Corps
- Stab des 1st Armor Division Support Command
- 141st Signal Battalion
- 421st Medical Batallion mit Hubschraubern UH-60A Blackhawk
- 27th Transportation Batallion
- 421th Medical Evacuation Batallion
- 221st Base Support Battalion
- 159th Medical Company (Air Ambulance)
- 557th Medical Company (Ground Ambulance)
- 501st Military Police Company
- 19th Support Center
- 619th Movement Control Team

Würzburg:

In Würzburg gibt es die Faulenberg Kaserne und die Leighton Barracks. Hier sind derzeit 6.000 US-Soldaten mit 3.000 Familienangehörigen angesiedelt.

Faulenberg Kaserne:
- 98th Area Support Group "Supporting Excellence"

Leighton-Barracks:
- 101st Military Intelligence Battalion "Always Forward"

Außerdem ist in Würzburg folgende Einheit stationiert:
- Hauptquartier der 1st Infantry Division (Mechanized) "The Big Red One".
- 417th Base Support Battalion
- 67th Combat Support Hospital

Die Division verfügt ausnahmsweise über vier Brigaden, von denen eine bereits heute in Fort Riley, Kansas, stationiert ist. "Wir hoffen aber, dass uns die US-Army nicht komplett verlässt", erklärte Stadtsprecher Ole Kruse aus Sorge um kommunalen Mittelstandsbetriebe.

Zum Schluß

Seit Dezember 2003 führten Douglas Feith und Marc Grossman von der amerikanischen Regierung Gespräche mit Staatssekretär Klaus Scharioth vom Auswärtigen Amt über die US-Truppenplanungen. Mit Entscheidungen ist erst im kommenden Jahr zu rechnen. Im Mai 2005 wird eine unabhängige BRAC-Kommission ihre Vorschläge zu Standortschließungen dem Kongreß vorlegen. Anschließend muß der dann amtierende US Präsident bis zum 7. November 2005 seine endgültige Entscheidungen treffen. Ab 2006 beginnt dann der mehrjährige Truppenrückzug.

Um die Entscheidung, welcher Standort geschlossen wird bzw. erhalten bleibt, zu standardisieren, wählte das Pentagon acht Bewertungskriterien aus. Wichtige Faktoren sind z. B. die Bedeutung des Standorts für die militärische Operationsfähigkeit der Streitkräfte, die zukünftigen Ausbaumöglichkeiten, ökonomische Aspekte (erwartete Kosteneinsparung, Auswirkung einer Kasernenschließung auf den Standort, Bereitstellung von kommunaler Infrastruktur zur Unterstützung der Militärbelange) und Fragen des Umweltschutzes.

Je nachdem ob man für oder gegen die Schließung einer Kaserne ist, kann durch Erfüllung bzw. Nichterfüllung der Kriterien - in beschränkten Maße - Einfluß auf die zukünftige Standortentscheidung genommen werden. Entsprechend formierte sich in den USA schon im Jahr 2000 die militärfreundliche Lobby auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten, um ihre Stützpunkte zu "verteidigen". Im Gegensatz dazu hat die personell geschwächte Friedensbewegung in der Bundesrepublik die amerikanische Standortdebatte bisher völlig verschlafen.Nur an einzelnen Standorten (Erlensee, Grafenwöhr, Spangdahlem und Stuttgart) regen sich Friedensgruppen, um gegen Landverbrauch, Lärmbelästigung etc. zu protestieren. Dagegen sind die Friedensbewegungen in Südkorea und Japan recht rege.

Fußnoten

(1) www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/USA/truppen.html
(2) www.vcorps.army.mil/leaders/leaders.htm
(3) www.globalsecurity.org/military/agency/army/1id.htm
(4) www.globalsecurity.org/military/agency/army/1ad.htm
(5) www.taz.de/pt/2004/08/17/a0179.nf/text.ges,1
(6) www.usembassy.de/d0.htm
(7) www.usarmygermany.com/USAREUR_Kasernes.htm
(8) www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/375/37338/
(9) www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/17437/1.html

Gerhard Piper ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS), e-mail: gerhard.piper@bits.de



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