Weltsozialforum in Mumbai, 02.01.2004 (Friedensratschlag)
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Globalisierung des Zorns

Zwei Berichte vom Weltsozialforum in Mumbai (Bombay)/Indien

Im Folgenden dokumentieren wir zwei Berichte über das Weltsozialforum 2004, das Mitte Januar in Mumbai (Bombay) in Indien stattfand. An anderer Stelle haben wir bereits zwei Abschlusserklärungen sowie die Rede von Arundhati Roy veröffentlicht:

Globalisierung des Zorns

Mehr sein als feiner Sand im Getriebe

Von Daniela Dahn*

Vorerst sind all die Kämpfer für eine andere Welt in die, ach, immer noch selbe Welt zurückgekehrt. Die Straßenkinder der kleinen Theatertruppe, die mit ihrem unbefangenen, improvisierten Spiel uns Besucher bezaubert hat, werden wieder im Staub von Mumbai sitzen. Zurück in Bhopal ist der Dichter Ramprakash Tripathi, der Teile seines Gedächtnisses einbüßte, als vor nunmehr 20 Jahren mitten in dicht besiedeltem Gebiet wegen eingesparter Sicherheitsvorkehrungen die Chemiefabrik des US-Konzerns Union Carbide in die Luft ging. Bis heute sind 30.000 Todesopfer zu beklagen, und immer noch gibt es spezielle Hospitäler für Gasopfer. Heimgekehrt ist die vietnamesische Jugendgruppe, die über die grauenvollen Spätfolgen des im Krieg versprühten Entlaubungsgifts Agent Orange aufgeklärt hat, dem größtem Chemiewaffeneinsatz, den es je gab. Noch heute ist der Dioxin-Gehalt im Blut von Menschen und Tieren der Region hundert mal höher als normal.

"Vergesst mich nicht", hatte beim Abschied Amauri Queiroz, Delegierter der Afrobrasilianer gebeten, der an das immer noch nicht überwundene strukturelle Erbe aus der Sklaverei erinnerte: Obwohl die Schwarzen in seinem Land fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, gehören die allermeisten von ihnen zu den Ärmsten der Gesellschaft, 97 Prozent der Studenten sind Weiße. Zurück in Kanada wird ein junger Mann seiner Umweltgruppe berichten, welches Staunen er unter von ihrem Land vertriebenen Dalits - Unberührbaren - auslöste, als er kritisierte, dass ein Nordamerikaner in drei Tagen soviel Wasser verbraucht, wie ein Inder im ganzen Jahr.

All diese Zustände kann ein akademisch geprägtes Forum wenn nicht ändern, so doch reflektieren. Und damit bei den Betroffenen, durch die erfahrene Kultur der Solidarität, durch eine fröhliche Art politischer Herzensbildung, Spuren hinterlassen. Nicht nur mit dem Gefühl gehört worden zu sein, sondern mit neuen Kontakten, verheißungsvollen E-Mail-Adressen und konkreten Verabredungen zu gemeinsamen Aktionen haben die Teilnehmer ihre Batterien aufgeladen, für demokratische Einmischung, gegen die Versuchung von Ohnmacht und Resignation. Schon deshalb war das Ganze viel mehr als ein gigantisches Festival.

Diese mentale Ermutigung schien nötig, nicht nur weil die Bühnen im gastgebenden Hungerland einen viel härteren Kontext boten. Indische Journalisten scheuten sich nicht, den von politischen Interessen geschürten Hindu-Extremismus neofaschistisch zu nennen. Verklungen waren die übermütigen Gesänge vom Vorjahr: Ole, Ole, Ola, Lula ... Laura Tavares, Professorin in Rio de Janeiro, brachte die Desillusion über die Mächtigen der Welt auf den Punkt: "Sie erlauben uns, jemanden wie Lula zu wählen. Aber sie erlauben nicht, die Wirtschaft zu verändern." Arundhati Roy gab sich alle Mühe zu erklären, weshalb charismatische Oppositionsführer und großartige Menschen wie Lula oder Mandela, sobald sie in der Regierung seien, vor dem Gott der Marktwirtschaft in die Knie gingen. Sie seien zu Geiseln eines ganzen Spektrums von Bedrohungen geworden, "die übelste davon die Drohung mit Kapitalflucht, die jede Regierung über Nacht zu Fall bringen kann". Und die Frage drängte sich auf: Sind nicht die großen Konzern- und Bankeigner die eigentlich "Unberührbaren" dieser Welt? Unangreifbar in ihrem selbstgeschaffenen Kordon aus Gesetzen, Polizei und Kapital?

Der gefeierte Überläufer Joseph Stiglitz, der einst als Vizechef der Weltbank das Desaster dieser Politik nicht nur zu begreifen, sondern auch zu artikulieren begann und folgerichtig gefeuert wurde, sprach den Globalisierungskritikern aus dem Herzen: Das Modell des liberalisierten Kapitalmarkts funktioniert nicht in den entwickelten Ländern und erst recht nicht in den unterentwickelten. Die Ökonomie gibt heute keine einzige Antwort auf die soziale Frage. Diese Botschaft schien beim Gegengipfel in Davos unvollständig angekommen. Bill Clinton, der sich von Stiglitz einst beraten ließ, billigte in seiner dortigen Eröffnungsrede den "many wonderful people" in Mumbai zu, die richtigen Fragen zu stellen. Aber die Antworten seien falsch, da sich die Globalisierung nicht zurücknehmen ließe. Er bot eine Arbeitsteilung an, nach dem Motto: Sie fragen, wir antworten.

In der von Inter Press Service herausgegebenen Zeitung des Weltsozialforums Terra Viva finde ich zu meiner Überraschung einen ganzseitigen Beitrag des derzeitigen Präsidenten der Weltbank, James D. Wolfensohn. Einsichtig räumt er ein, der Dialog in Mumbai könne den "world leaders" helfen, die Armut bis 2015 zu halbieren. (Bekanntlich hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich bisher nur vertieft - soll das Sozialforum durch Umarmung in die Verantwortung für das absehbare Verfehlen des erklärten Zieles einbezogen werden?) Angeblich hätten die "Führer neuen Typs" verstanden, dass ökonomischer und sozialer Fortschritt untrennbar seien. Zum Beweis wird Präsident Lula gelobt, weil er seine Gesundheits- und Bildungsreform durch fiskalische Disziplin (sprich Kürzungen) und die Öffnung des Marktes für ausländische Investitionen finanziert habe. Kein Wort darüber, dass die Erfolge in Asien dort erzielt wurden, wo die Märkte eben nicht bedingungslos geöffnet wurden. Wolfensohn, Chef einer der meistgehassten Institutionen auf dem Forum, streckt die Hand zum "gemeinsamen Engagement" aus - was tun?

Obwohl die Substanz an aufschlussreichen Analysen mir diesmal noch geballter als in Porto Alegre vorkam, scheint angesichts des Vakuums an gemeinsamen Handlungsmaximen die Gefahr, sich von der schmeichelnden Rhetorik der anderen Seite vereinnahmen zu lassen, nicht gebannt. Roberto Savio, Gründungsmitglied des Internationalen Komitees des WSF, fürchtet das Aufbrechen eines untergründigen Generationenkonflikts in der Bewegung: zwischen der ersten, die aus der Friedens-, Frauen-, und Umweltbewegung kommt und der zweiten, aufgewachsen im Kampf gegen die Globalisierung und somit radikaler. Radikaldemokratischer, würde ich präzisieren. Stärker als zuvor fiel mir in Mumbai die Verurteilung der Kluft zwischen Recht und Realität auf.

Zur Globalisierung des Zorns trug im vergangenen Jahr die ernüchternde Erfahrung bei, dass Hundert Millionen Antikriegs-Demonstranten aus aller Welt eine zu vernachlässigende Größe sind. Selbst wenn die Kriegsvorwände als Lügen leicht zu durchschauen waren und die Warner Recht behalten sollten: Demokratie lässt sich nicht herbeibomben. Und während die iranische Richterin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi auf einem Podium für ein neues Modell eines internationalen Strafgerichtshofes warb, diskutierten versprengte Kriegsgegner in kleiner Runde, ob das in der UN-Charta garantierte Verteidigungsrecht gegen eine Aggression, für den Fall, dass weder der angegriffene und okkupierte Staat, noch die UNO zur Verteidigung fähig oder willens seien, dieses Recht auch von Partisanen oder Guerillas wahrgenommen werden könne. Warum sonst gehört Che Guevara zu den Idolen der Bewegung?

Doch solche Planspiele am Rande bestimmten entgegen dem von Medien erweckten Eindruck nicht den Diskurs. Gerade Arundhati Roy gehörte zu den wenigen, die Vorschläge für zivilen Widerstand formulierten. Die letzte Macht, die dem Bürgern geblieben ist, ist sein Verhalten als Konsument. Er wählt zwischen Marken, seien es Fernsehkanäle, Turnschuhe oder Politiker. Ein früherer Boykottaufruf im südindischen Kerala gegen den Coca Cola Konzern, der dort täglich 600.000 Liter Grundwasser abpumpt, hatte bereits Erfolg. Der Umsatz soll um 50 Prozent zurückgegangen sein. Skeptiker verwiesen prompt auf den Verlust von Arbeitsplätzen, dabei war die Nachfrage nach einheimischen Getränken gestiegen.

Wenn derart harmlose Gegenwehr schon so umstritten ist - wann wird es dann zu Aktionen kommen, die mehr sind, als Sand im Getriebe? Die wirklich stören? Und verändern? Wann werden sich die Attacies auf Attacken einigen können? Auch wenn die Ästhetik des Widerstandes noch zu bestimmen ist: Es kann die Spur unserer Forumstage nicht in Äonen untergehn.

Auf dem Rückflug bot die nationale Fluggesellschaft Air India Cola und Hollywood. Über den Wolken wippte die Mondsichel auf ihrem Rücken, wie von Kichern geschüttelt.

Der Beitrag erschien in der kritischen Wochenzeitung "Freitag", Nr. 06, 30. Januar 2004

Das 4. Weltsozialforum in Mumbai

Von Hans-Peter Richter*

Nach drei Weltsozialforen in Porto Alegre (Brasilien) fand nunmehr vom 16. - 21. Januar 2004 zum vierten mal das WSF in Mumbai (Indien) statt. Mumbai hieß früher Bombay. Die Teilnehmerzahl des 4. WSF in Indien war mit 100.000 mindestens genau so groß wie beim vorangegangen in Brasilien. Benutzt wurde das weitläufige Ausstellungsgelände Nesco Grounds zwischen den Stadtteilen Jogeshvari und Goregaon im Norden Mumbais. Die Versammlungen, Seminare und Arbeitsgruppen fanden in 5 riesigen Hallen, 6 weiteren Hallen, 139 eigens errichteten Räumen und 6 Zelten statt. Dazu gab es 7 Bühnen, 1 Theater, 3 Ausstellungshallen, 1 Medienzentrum mit 63 Computern und Hunderte Informations-, Verkaufs- und Essensstände. Die eigens errichteten Räume bestanden aus Holzplatten, die mit Stoff verkleidet waren. Jeder Raum enthielt Neonlampen und Ventilatoren und eine Lautsprecheranlage. Auch die Hallen enthielten Bühnen, große Lautsprecheranlagen. Die Bühnen waren mit Stoffbahnen verkleidet. Unter der Decke hingen zur besseren Akustik große Stoffsegel.

Die technische Einrichtung funktionierte. Das 120 Seiten starke großformatige Programm erschien erst am zweiten Veranstaltungstag und enthielt mehr als 1200 Veranstaltungen.

Die Auftaktversammlung fand auf einem etwa 2 Fußballfelder großen Freigelände mit großer Bühne und Großbildleinwänden statt. Der Boden des riesigen Platzes war mit Stoffbahnen ausgelegt, die miteinander vernäht waren. So war man vor Staub und Schmutz geschützt und konnte sich auf dem Boden niederlassen.

Die Rede von Arundhati Roy

Bei der Auftaktversammlung gab es viele Reden und Musik- und Tanzeinlagen. Höhepunkt war zweifellos die Rede von Arundhati Roy, die sie in englisch hielt. Die Rede wurde in der jungen welt vom 20. 1. 04 veröffentlicht und hat in Deutschland viel Wirbel ausgelöst.

Roy benannte darin schonungslos das Verhalten der USA Imperialismus. Zitat: "Erstmals in der Geschichte hat ein einziges Imperium mit einem Waffenarsenal, das die Welt an einem Nachmittag auslöschen kann, komplette, unipolare wirtschaftliche und militärische Hegemonie. Es wendet verschiedene Waffen an, um unterschiedliche Märkte aufzubrechen. Es gibt kein Land auf Gottes Erden, das sich nicht im Fadenkreuz amerikanischer Marschflugkörper und IWF-Scheckbücher befindet."

Später sagte sie: "Wir müssen dringend unsere Strategien des Widerstands diskutieren. Wir müssen reale Ziele ins Visier nehmen und wirklichen Schaden anrichten."

Die Passage, die in Deutschland kontrovers diskutiert wurde lautete: "Wenn wir also gegen den Imperialismus sind, sollten wir dann darin übereinstimmen, dass wir gegen die US-Okkupation sind und dass wir glauben, dass die USA sich aus Irak zurückziehen und dem irakischen Volk Reparationen für die Kriegsschäden zahlen müssen? Wie beginnen wir mit unserem Widerstand? Beginnen wir mit etwas wirklich Kleinem. Die Frage ist nicht, den Widerstand in Irak gegen die Besatzung zu unterstützen oder zu debattieren, wer genau zum Widerstand in Irak gehört ( Sind sie alle Baath-Killer? Sind sie islamische Fundamentalisten?) Wir müssen der globale Widerstand gegen die Besatzung werden."

Die deutsche Presseagentur (dpa) und die Zeitung taz, sowie auch der Vorsitzende der DFGVK haben unter Verfälschung der Übersetzung und dem Einflechten von Meldungen über Bombenattentaten daraus abgeleitet, Roy plädiere für einen militanten Widerstand. Davon war jedoch wie man aus den obigen Zitaten sehen kann, keine Rede.

Der Schluss ihrer Rede war: "Unser Widerstand muss mit der Zurückweisung der Legitimität der US-Okkupation Iraks beginnen. Das bedeutet Handeln, um es dem Imperium unmöglich zu machen, seine Ziele zu erreichen. Es bedeutet, Soldaten sollten sich weigern zu kämpfen, Reservisten sich weigern, eingezogen zu werden. Arbeiter sollten es ablehnen, Schiffe und Flugzeuge mit Waffen zu beladen. Es bedeutet auch, dass wir in Ländern wie Indien und Pakistan die Pläne der US-Regierung zum Scheitern bringen müssen, indische und pakistanische Soldaten zum Saubermachen nach Irak zu schicken.

Ich schlage vor, dass wir auf einer gemeinsamen Abschlusszeremonie von Weltsozialforum und Mumbai Resistance zwei wichtige Unternehmen auswählen, die von der Zerstörung Iraks profitieren. Wir könnten jedes Projekt, in das sie involviert sind, erfassen. Wir könnten ihre Büros in jeder Stadt und in jedem Land der Welt lokalisieren. Wir könnten sie jagen, zur Schließung zwingen. Es ist eine Frage, unsere kollektive Weisheit und Erfahrung aus vergangenen Kämpfen für ein einzelnes Ziel einzubringen. Es ist eine Frage des Wunsches zu siegen.

Das "Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert" strebt danach, Ungleichheit fortzusetzen und amerikanische Hegemonie um jeden Preis, selbst wenn er apokalyptisch ist, zu errichten. Das Weltsozialforum verlangt Gerechtigkeit und Überleben. Aus diesen Gründen müssen wir uns als im Krieg befindlich betrachten."

Mumbai Resistance

Bei der erwähnten Konferenz von Mumbai Resistance (MR) handelte es sich um eine Parallelveranstaltung zum WSF. Den Organisatoren von MR ist das WSF zu wenig aktionsorientiert. Sie verkündeten auf Flugblättern, das WSF glaube an die Reformierbarkeit des Imperialismus, sie aber wollten den Imperialismus zerschlagen . Außerdem treten sie für bewaffneten Widerstand gegen den präventiven Krieg der USA ein und lehnen NGOs, die mit dem Staat zusammenarbeiten ab. Sie kritisierten auch, dass das letzte WSF Geld von der Ford-Stiftung angenommen hätte.

Hinsichtlich der Teilnehmerzahl stellte MR keine enstzunehmende Konkurrenz dar. Rund 1.000 nehmen sich im Vergleich mit den 100.000 Teilnehmern auf der anderen Seite des Western Express Highway bescheiden aus. Vielfach werden die Organisatoren, hinter denen im wesentlichen die naxalitischen Agrarevolutionäre aus jenen Teilstaaten stehen, in denen seit vielen Jahren ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Grossgrundbesitzern und Landlosen tobt, des Sektierertums geziehen. MR schlug dem WSF gemeinsame Aktionen vor. Arundhati Roy trat sowohl beim WSF als bei MR auf. Eine Demo von MR für den 20. 1. zum US-Konsulat wurde von der Polizei verboten. Es fand aber eine Kundgebung mit 10.000 Teilnehmern auf einem Platz in der Innenstadt statt. Obwohl um den Versammlungsort massiv Polizei mit Schlagstöcken aufmarschiert war, verlief die Kundgebung friedlich.

Die Finanzierung

Das WSF kostete 1,5 Mill. Euro. Die Organisatoren des 4. WSF erklärten, dass diesmal kein Geld aus wirtschaftsnahen Stiftungen oder ähnlichen Finanzquellen stammen würde. Das WSF sei zu 60% von zwei niederländischen Hilfsorganisationen und von Oxfam aus Großbritannien finanziert worden und ansonsten durch die Registrierungsgebühren Westliche Teilnehmer mussten 150 US-Dollar pro Organisation und 50 US-Dollar pro Teilnehmer zahlen, für andere war es billiger.

Die Stimmung

Von der ersten bis zur letzten Minute zogen unzählige Gruppen kreuz und quer über das Forumsgelände. Die Farbenpracht der Kleidung, die Kostümierungen, Straßentheater und Theater und Musik auf allen Bühnen. Die schiere Energie der Teilnehmer aus 130 Ländern war überwältigend. Die Dalits - einst nannte man sie "die Unberührbaren" - waren besonders aktiv; auch Adivasi-Gruppen (Ureinwohner) zogen mit viel Vergnügen, Trommeln und Sprechchören zwischen aufgegebenen Fabrikgebäuden hin und her. Die Menschen zeigten, dass es sie gibt; sie feierten ihren Widerstand, und sie feierten sich selbst.

Der Verlauf

Eine Zusammenfassung der mehr als 1200 Veranstaltungen ist nicht möglich. Wenigstens will ich hier einige Themen benennen. Die Vernichtung natürlicher Ressourcen, eine privatisierte Wasserversorgung, die anhaltende Diskriminierung von Frauen und Minderheiten, Rechte für Kinder, Obdachlosigkeit, das Kastensystem oder religiöser Fanatismus waren die wichtigsten Themen der einen (indischen) Seite - während die andere, die aus dem Norden, den US-Militarismus, die Politik von Weltbank, Währungsfonds (IWF), Welthandelsorganisation (WTO) und Gentech-Agrarkonzernen debattieren wollte. Natürlich traf man sich dabei. Die Inder regten die Gründung einer weltweiten Wasserbewegung an und fanden Zuspruch. Ein thailändischer Bauer empfahl den radikalen Verzicht auf externen Input wie chemische Düngemittel und das Saatgut multinationaler Firmen, während José Bové - der legendäre französische Bauernführer - die EU- und US-Agrarpolitik Attackierte. Medha Paktar - sie kommt aus dem Widerstand gegen die Staudamm-Gigantomanie am indischen Narmada-Fluss - hielt eine flammende Rede gegen Mega-Stromprojekte überhaupt: "Man kann Elektrizität nicht trinken!"

Vertreter der Waldbevölkerung in den Bundesstaaten Madhya Pradesh, Chhattisgarh und Bihar berichteten über die Folgen der globalen Umweltpolitik. Sie seien schon früher vertrieben worden, zuerst hatten die britischen Kolonialherren die Wälder abgeholzt, dann schlugen große Firmen riesige Schneisen in ihren Lebensraum, ab Ende der Achtziger verboten ihnen immer mehr Forstverwaltungen den Zutritt mit dem vorgeschobenen Argument, nur so seien bedrohte Arten zu schützen. Seit Kyoto kam eine neue Bedrohung ihrer Lebensweise hinzu: der Handel mit Emissionsgutscheinen. Um weiterhin fossile Energieträger verkaufen und verbrennen zu können, fördern multinationale Konzerne wie Exxon oder Shell und westliche Staaten den Anbau von monokulturellen Wäldern in den Ländern des Südens, die sie sich als Senken für die Absorption von Kohlendioxid gutschreiben lassen. Folge dieses Systems: der Norden darf weiter verheizen. "Das ist kein Umweltschutz, sondern nur profitabler Schutz einer verschwenderischen Lebensweise", sagt das indische Forum der Waldbevölkerung und Forstarbeiter.

Joseph Stiglitz, der vormalige Vizechef der Weltbank, jetzt einer der Prominenten der Globalisierungskritiker, hielt eine Rede gegen die Liberalisierung der Kapitalmärkte: Eine modifizierte Tobin-Steuer (die Besteuerung von Devisengeschäften) sei notwendig, um Währungsspekulationen zu begrenzen, die zuerst in aller Regel auf Kosten der Armen des jeweils betroffenen Landes gehen.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierte ein Seminar über "Geschlecht und permanenter Krieg". Die geladene Irakerin hatte kein Visum erhalten. Vertreterinnen aus Palästina, Israel, Mexiko, Afghanistan und Bosnien berichteten. Eine Vertreterin der afghanischen Frauenorganisation "Rawa" brachte eine ernüchternde Botschaft: "Nichts hat sich für die afghanischen Frauen geändert", sagte Saher Saba, "Mädchen haben noch immer nicht die Möglichkeit, zur Schule zu gehen." Und ungeachtet ihrer Abgeordneten in der Loja Dschirga müsse "Rawa" weiterhin im Untergrund arbeiten. "Wir versuchen, mit den liberaleren Kräften 2ins Gespräch zu kommen", sagte Saba.

Gefährlich ist es in Kolumbien für Gewerkschafter: 4000 Gewerkschafter seien in den vergangenen Jahren ermordet worden, berichtete Javier Correa in einem anderen Seminar. 3000 Gewerkschafter säßen im Gefängnis. Der Gewerkschafter, befürchtet, dass Kolumbiens Industriearbeiter eines Tages nicht einmal mehr Anstellungsverträge erhalten. Correa arbeitet bei Coca Cola. Diese Angabe machte er mit einem kleinen Lächeln: Er wusste, dass der Konzern in Indien verschrieen ist. 1998 errichtete Coca Cola eine Abfüllanlage im regenarmen Plachimada im Bundesstaat Kerala. Die Fabrik schöpft das Grundwasser ab. Seither ernähren die Ernten die Menschen nicht mehr, die Frauen müssen kilometerweit um Trinkwasser laufen. Als dann auch noch bekannt wurde, dass Coca Cola den anfallenden verseuchten Klärschlamm als Dünger an die verarmten Bauern verkaufte, war das Maß voll.

Der Weltfriedensrat traf sich und mobilisierte für sein Treffen im Mai in Athen und für die "Friedensolympiade".

Parallel zum WSF und MR gab es noch ein Welt-Parlamentarier-Forum, das in den Medien überhaupt nicht erwähnt wurde, und ein Jugendcamp.

Das globale Anti-Kriegs-Netzwerk

Neben den sozialen Bewegungen hat sich seit dem ESF im November 2002 in Florenz ein globales Anti-Kriegs-Netzwerk gegründet, in dem die "Stop The War Coalition" aus Großbritannien und die ANSWER-Coaltion aus den USA besonders aktiv sind.
Verschiedene Redner wiesen auf das Programm der USA für das 21. Jahrhundert hin. Es ist ein Programm für die totale Weltherrschaft. Der Irak-Krieg ist der Beginn der Umsetzung dieses Programmes. Es geht um die Kolonialisierung der ganzen Welt. Dabei sind den USA alle Mittel recht bis hin zum Atomkrieg. Immer wieder wurde für den 20. 3. 2004 geworben. Es hieß: "Eine Welt ohne Krieg ist möglich, es ist einzige Möglichkeit zum Überleben."

Der von ANSWER vorgeschlagene internationale Aktionstag gegen Besatzung des Irak und Palästinas am 20. 3. 2004 wurde nach dem ESF in Paris nunmehr weltweit akzeptiert. Die Südkoreaner brachten dazu schon Plakate mit. Viele Redner drückten ihren Wunsch aus, dass dieser Tag genau so groß wie der 15. 2. 2003 werden soll.

Das globale Netzwerk gegen Militärbasen

In wenigen Monaten ist ein globales Netzwerk gegen US-Militärstützpunkte entstanden. Die Initiative ging anläßlich des 15. 2. 2003 von der Organisation "Focus on the Global South" aus den Philippinen aus. Fast kein Land fehlt. Zum erstenmal konnten sich die Aktivisten persönlich in Mumbai kennenlernen. Gegenwärtig gib es 702 US-Basen. In Kurzberichten stellten die einzelnen Vertreter die Probleme der Militärstützpunkte in ihrem Land dar und welche Aktivitäten dagegen unternommen werden. Wichtig für die Bewegung ist, dass auch Erfolgsgeschichten weitergegeben werden. So mussten 1991 die USA nach 101 Jahren die Philippinen verlassen. Im Mai 2003 mussten sie aus Vieques (Puerto Rico) abziehen. Von vielen Europäern wurde eingebracht, es dürfe nicht nur um die US-Basen gehen, sondern generell gegen alle. Das wurde akzeptiert und in die Abschlusserklärung übernommen. Zunächst werden in einer Homepage alle Informationen über alle Basen gesammelt und welche Initiativen es dagegen gibt. Bei den Aktionen will man sich zunächst auf Diego Garcia, den Irak, Okinawa und Korea kümmern. Eine Schiffsfahrt nach Diego Garcia mit einigen der von dort Vertriebenen ist geplant, ebenso eine Weltkonferenz im nächsten Jahr in Vancouver (Kanada).

Das Leben in Mumbai

Nach über zehn Jahren neuer Wirtschaftspolitik leben von den 1,1 Milliarden Indern immer noch 300 Millionen unter der Armutsgrenze, die meisten von ihnen auf dem Land. Ein Drittel der Bevölkerung über 14 Jahren kann nicht lesen und schreiben. Und wegen des hohen Bevölkerungswachstums müssen bis 2020 rund 200 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, um die Arbeitslosigkeit nicht drastisch steigen zu lassen. Mumbai ist für die Inder, die Stadt der Hoffnung, so wie früher New York. In Mumbai ist auf die Filmindustrie zu Hause. Hier werden mehr Filme gedreht als in Hollywood, weswegen Mumbai au "Bollywood" genannt wird.
Mumbai ist mit 16 Millionen Einwohnern die größte Stadt Indiens. Täglich ziehen 20.000 Menschen zu, die hoffen, dass sie hier eine Einkommensmöglichkeit finden. Durch die Öffnung der Märkte sind viele Bauern verarmt und gehen nach Mumbai. Sie finden kaum Unterkunft und landen in Slums. Der größte Slum Asiens heißt Dharavi und liegt mitten in Mumbai, in diesem 174 Hektar großen Gebiet leben mindestens 500.000 Menschen. Slums sind aber mehr oder weniger in der ganzen Stadt verteilt. Die Luft in Mumbai ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Jeder, der sich eine Weile in der Stadt aufhält fängt an zu husten. Allen Teilnehmern des WSF kratzte es nach einem Tag im Hals. Die Masse der Fahrzeuge, die sich durch die Straßen wälzen verpestet die Luft, obwohl die Taxen und die Motorrikschas mit Erdgas fahren. Es gibt öffentliche Busse und Nahverkehrszüge auf fünf Strecken, doch sie sind fast immer überfüllt. Besonders gefährlich ist es mit den Nahverkehrszügen zu fahren. Die Wagen haben keine Türen, bzw. die Türen sind immer offen. Bei jedem Bahnhof springen die Fahrgäste mit großer Kraft in die Öffnungen, um einen Platz zu ergattern. Der Zug steht nur kurze Zeit im Bahnhof und fährt gnadenlos einfach wieder ab. Meist hängen dann noch Menschen in den Öffnungen. Pro Tag fahren in Mumbai 6,5 Menschen mit dem Zug, dabei kommen pro Tag durchschnittlich 10 Menschen um. Am Ende des WSF hatte es im Jahre 2004 schon 250 Menschen erwischt.

Trotz dieses schweren Lebens sind die Menschen in Mumbai sehr freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Wir konnten uns auch in den Slumgebieten gefahrlos bewegen.

Die Abschlusserklärungen

Es gibt Abschlusserklärungen des globalen Anti-Kriegsnetzes und des globalen Netzes gegen Militärstützpunkte. Das Welt-Parlamentarier-Forum gab eine 5-seitige Abschlusserklärung heraus, indem es sich mit dem WSF solidarisierte. Wer daran teilgenommen hat, konnte ich bisher nicht ermitteln.

Fazit

Selbst die ansonsten hämische FAZ, die Friedensbewegte und Globalisierungskritiker als realitätsfremde "Gutmenschen" darstellt kam nicht umhin in ihrem Leitartikel vom 20. 1. folgendes Fazit zu ziehen: "Kaum eine politische Bewegung hat in den vergangenen Jahren soviel Zulauf und Aufmerksamkeit erhalten wie die der "Globalisierungskritiker". Hunderttausend Menschen, die sich dem Spektrum zurechnen, tagen zur Zeit in der indischen Metropole Bombay und suchen nach Wegen zu einer "anderen Welt". In nur vier Jahren hat sich das "Weltsozialforum", das die ersten drei Male im südbrasilianischen Porto Alegre abgehalten wurde, zur größten internationalen Politikveranstaltung entwickelt. Diese beeindruckende Erfolgsgeschichte verführt Veranstalter und Star-Aktivisten zu triumphalen Gesten. Die Galionsfigur der internationalen Linken, die indische Schriftstellerin Arundhati Roy, rief in Bombay aus: "In Brasilien habe ich gesagt, eine andere Welt ist möglich, und sie ist unterwegs. In Bombay sage ich: Schaut euch um, die andere Welt scheint schon hier zu sein.""

"Selbst wer den Überschwang belächelt, kann kaum bestreiten, dass die Globalisierungskritiker in den vergangenen Jahren etwas erreicht haben. In der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds, in der Welthandelsorganisation und in den großen Konzernen beschäftigen sich längst Fachleute, oft ganze Abteilungen mit Ideen, Argumenten und Kritiken, die auch auf den Weltsozialforen vorgetragen werden. Selbst im Rahmen des Davoser Weltwirtschaftsforums, als dessen Gegenpol das Weltsozialforum im Jahr 2001 erstmals zusammentrat, diskutieren Regierungschefs und Konzernvorstände mittlerweile die Fehlentwicklungen der Globalisierung und beraten über Justierungen. Vom westlichen Agrarprotektionismus über das mangelhafte internationale Schuldenmanagement bis hin zu den Exzessen im weltweiten Finanzverkehr - die Einsicht in die Unzulänglichkeiten der Globalisierung wächst."

Bemängelt wird in der FAZ: "Trotz dieser Tendenzen könnten die Globalisierungskritiker in eine Sackgasse steuern. Ihre Strategie, durch die Verbindung mit immer entlegeneren Protestbewegungen an Masse und Durchschlagskraft zu gewinnen, erweist sich als riskant. Von Bombay, wo in sechs Tagen 1200 Veranstaltungen stattfinden, geht kein fassbares Signal mehr aus. Wo tibetische Mönche gegen Peking demonstrieren und Sexarbeiter aus Indonesien mehr Rechte einklagen, wo afrikanische Frauen gegen ihre Benachteiligung opponieren und indische Unberührbare das Kastensystem geißeln, hat die Globalisierungskritik als Klammer ausgedient. In Bombay präsentiert sich nur noch ein diffuses globales Protestkonglomerat, das ohne Botschaft ist." Das stimmt so nicht. Zum einen gibt es Abschlusserklärungen, die eine Botschaft sind. Zum anderen ist jeder der 100.000 Teilnehmer ein Multiplikator, der seine neu erworbenen Kenntnisse, Informationen und Aktionsideen mit nach Hause bringt und damit dort in seinen Initiativen weiterarbeitet. Die vielen verschiedenen Netzwerke arbeiten neu beflügelt weiter und bringen so die gesamte Bewegung voran, so unübersichtlich das Ganze auch sein mag.

Die Veranstalter zogen eine durchweg positive Bilanz: Das Treffen habe gezeigt, dass die Bewegung wachse und sich zu einem stabilen globalen Rahmen für den internationalen anti-neoliberalistischen Protest entwickelt habe. "Die Bewegung ist die zweite Supermacht in der heutigen politischen Welt und im Moment die einzige Alternative gegen den Neoliberalismus", schätzt Vittorio Agnoletto, Sprecher des Genueser Sozialforums, den Einfluss des WSF ein. Auch für die indischen Organisatoren war das WSF ein Erfolg. Sie sind überzeugt, das Treffen werde eine große Wirkung auf die politischen Verhältnisse in Indien haben. In Indien gibt es über 100.000 NGOs. 200 davon bildeten zusammen mit Aktiven aus anderen Ländern den Vorbereitungskreis. Das ergibt für Indien einen neuen Schub bei der Zusammenarbeit.

Nach den eher westlich geprägten WSF in Porto Alegre wurde das asiatische WSF in Mumbai nun wirklich weltumspannend. Neben großen Debatten dominierten in Mumbai die Agitationsformen des Straßentheaters und die musikalische Ausdrucksfähigkeit der asiatischen Graswurzel-Bewegungen. Auch deutsche Attac-Vertreter zeigten sich beeindruckt: "Der pluralistische und gleichzeitig entschlossene Geist der Weltsozialforen hat zwei Ozeane übersprungen und ist nun wirklich global."

Neben vielen Verabredungen zwischen Projektpartnern und der Aufnahme neuer Erfahrungen aus den Kämpfen anderer sozialer Bewegungen gab es weitere Ergebnisse: So haben Friedensgruppen und Globalisierungskritiker zu weltweiten Protestaktionen für den 20. März aufgerufen. Sie sollen sich gegen den Krieg und die Besetzung Iraks durch die USA und Palästinas durch Israel richten. Ein Netzwerk sozialer Bewegungen beschloss zudem einen globalen Aktionstag zur kommenden WTO-Ministerkonferenz in Hongkong.

Nachdem die linksliberale indische Tageszeitung "The Hindu" bereits während des vierten Weltsozialforums mit ihrer Berichterstattung aus dem indischen Blätterwald herausragte, meldete sie sich am Donnerstag mit einem bewertenden Kommentar abschließend zu Wort. Das Treffen in Mumbai sei ein "nachhallender Erfolg" gewesen, hieß es darin: "Es brachte Mitglieder von einigen der aktivsten politischen und sozialen Bewegungen in der Welt und zahlreiche führende Köpfe aus Politik, Wirtschaft und Kultur zusammen - alle vereint im Glauben, dass eine andere Welt möglich ist."

Die Geschichte des WSF stelle sich als "Erfolgsstory" dar. "Indem es erstmals außerhalb von Porto Alegre stattfand, wurde das Manko geringer Beteiligung aus Asien beseitigt", schreibt "The Hindu" und hebt insbesondere die Erweiterung und Vertiefung der "Agenda" hervor: "In Mumbai gehörten zu den behandelten Problemen die US-Okkupation Iraks, der Kaschmir-Konflikt, das Kastenwesen in Indien, Herausforderungen und Möglichkeiten auf dem Gebiet von Medien und Wissen, einschließlich freier Software-Nutzung." Stärke des Forums sei gewesen, "Bewegungen und Organisationen aus der ganzen Welt einen geografischen und sogar zeitweilig politischen "Raum" zu geben, in dem sie Erfahrungen austauschen und neue Ideen aufgreifen" konnten. "Wie erfolgreich dieser Prozess sein wird, hängt davon ab, was die Teilnehmer anschließend mit ihren WSF-Erfahrungen machen."

Derweil wertete in Mumbai auch Sven Giegold vom Koordinierungsrat ATTAC Deutschland die sechs Tage von Mumbai positiv: "Hier herrschte die gleiche Stimmung von Pluralität und Entschlossenheit, die wir aus Porto Alegre kannten." Der "Geist der Sozialforen" habe "die zwei Ozeane übersprungen und ist jetzt wirklich global". Philipp Hersel, ebenfalls vom globalisierungskritischen Netzwerk, hob die "politische Entschlossenheit der Menschen" hervor. Zu den Themen Steuerflucht und Kapitaltransfers seien neue Netzwerke entstanden. Auch sei eine Initiative zur Gründung von ATTAC Indien entstanden.

Das nächste Weltsozialforum wird 2005 wieder in Brasilien stattfinden. Ein Jahr später soll es dann in Afrika stattfinden.

* Hans-Peter Richter, Deutscher Friedensrat, "Achse des Friedens" Berlin, Bundesausschuss Friedensratschlag


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