UN-Sonderprogramm bekämpft Wüstenbildung, 20.06.2007 (Friedensratschlag)
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Teufelskreis von Armut und Erosion

UN-Sonderprogramm bekämpft Wüstenbildung

Von Michée Boko, Cotonou *

Im Kampf gegen das Vordringen der Wüsten und die Versteppung überstrapazierter Agrarflächen versteht sich das UN-Sonderprogramm IFAD als Speerspitze.

Der Internationale Fonds für die landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) ist vor allem auf dem afrikanischen Kontinent aktiv, dessen riesige Wüstenflächen sich durch die zunehmende Bodenerosion immer weiter ausbreiten. IFAD war drei Jahre nach der Welternährungskonferenz im Jahre 1974 als internationale Finanzorganisation etabliert worden. Die Zahl der weltweit in 110 Ländern in Dürre- und Wüstengebieten lebenden Menschen wird auf 1,2 Milliarden Menschen geschätzt. »Als Instrument der Armutsbekämpfung und des Umweltschutzes im ländlichen Raum sieht IFAD seine Hauptaufgabe darin, den ums Überleben kämpfenden ländlichen Gemeinden beim Erhalt ihrer Existenzgrundlagen behilflich zu sein. Mit den Informationen und innovativen Technologien, die ihnen zur Verfügung gestellt werden, sollen sie den schonenden Umgang mit ihrer knapper werdenden, kostbaren Ressource Boden erlernen«, erklärte die IFAD-Sprecherin Farhana Haque-Rahman gegenüber IPS.

Ackerland erhalten

Haque-Rahman berichtete von erfolgreichen IFAD-Projekten. Man könne beobachten, wie die Menschen in den armen Landgemeinden die Hilfsangebote angenommen und dank der ihnen vermittelten neuen Strategien die Produktivität ihrer Böden gesteigert haben. In vielen abgeschieden gelegenen Dürrezonen und halbariden Gebieten herrscht große Armut. Wegen der fehlenden Infrastruktur haben die hier lebenden Menschen weder Zugang zu Informationen oder Technologien noch zu den Märkten. »Aus Mangel an alternativen Ernährungsmöglichkeiten bleibt ihnen häufig nichts anderes übrig, als Raubbau an den Naturressourcen zu betreiben, von denen sie abhängig sind«, betonte Haque-Rahman.

Umweltschutz fördern

Rund 70 Prozent der IFAD-Projekte zur Armutsbekämpfung in ländlichen Gebieten befassen sich mit dem Umweltschutz in besonders gefährdeten Gebieten. »Wir wollen der hier lebenden bäuerlichen Bevölkerung aus dem Teufelskreis aus Armut und Umweltzerstörung heraushelfen«, sagte sie.

Finanziert werden die Programme durch Ressourcen, die die internationale Gemeinschaft für die Umsetzung der Konvention gegen die Wüstenbildung und zur Armutsbekämpfung zur Verfügung stellt, sowie aus dem Weltumweltfonds. Er unterstützt Gemeinden in Entwicklungsländern, die sich um einen nachhaltigen Umweltschutz bemühen. Haque-Rahman bezifferte die zwischen 1999 und 2005 für IFAD-Projekte ausgegebenen Mittel auf rund zwei Milliarden Dollar.

Derzeit engagiert sich IFAD in den afrikanischen Ländern Dschibuti, Eritrea und Niger sowie in Haiti und Syrien. In Niger unterstützt der Fonds die Entwicklung und Rekultivierung ländlicher Gebiete, in Eritrea werden neue Weideflächen geschaffen, und in Dschibuti geht es um die nachhaltige Nutzung von Oberflächenwasser für Äcker und Weiden. In Nordsyrien entwickelt das UN-Sonderprogramm den ländlichen Raum, und im armen Karibikstaat Haiti wird die Einrichtung kleiner Bewässerungsanlagen unterstützt.

* Aus: Neues Deutschland, 19. Juni 2007


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