"Hallo Krieg" - Eine preisgekrönte Dokuserie, 02.12.2003 (Friedensratschlag)
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"Hallo Krieg" - Eine preisgekrönte Dokuserie

Das Medienprojekt Wuppertal erhielt den Dieter-Baacke-Preis 2003

Am 22. November wurde der 1. Preis des Dieter-Baacke-Preises 2003 an Medienprojekt Wuppertal für die Dokuserie "Hallo Krieg" verliehen. Der Preis wurde im Rahmen des GMK-Forums 2003 in der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" von der parlamentarischen Staatssekretärin (und Ausländerbeauftragten der Bundesregierung) Marieluise Beck den Wuppertaler Projektleitern Norbert Weinrowsky und Andreas von Hören übergeben. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 1.500,- € verbunden.

Der Dieter Baacke Preis wird seit drei Jahren von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgelobt. Mit dem bundesweit ausgeschriebenen Preis werden beispielhafte Medienprojekte mit Kindern, Jugendlichen und Familien prämiert. Ausgezeichnet werden innovative, originelle, mutige oder weitreichende Projekte, die Beiträge zur Förderung einer pädagogisch orientierten Medienkompetenz leisten. (mehr Infos auf: www.gmk-net.de)
Folgende Filme der preisgekrönten Dokuserie "Hallo Krieg" sind als friedenspolitisches Bildungsmittel beim Medienprojekt Wuppertal bestellbar (Fax: 4468691 oder borderline@wuppertal.de):
  • Ein 60minütiger Zusammenschnitt von allen 5 Teilen der Dokuserie (Kauf 30,- €/ Ausleihe 10,- €)
  • Die Teile 1-4 der Dokuserie je 35 Min (je 30,- €/ 10,- €)
  • Hallo Krieg 5- Die Bagdadreportage, 60 Min. (30,- €/ 10,- €)

LAUDATIO

zur Vergabe des DIETER BAACKE PREISES 2003 an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam - Babelsberg
(vergeben von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin)

1. Preis:

"In GMK-Kreisen längst kein Unbekannter mehr, in Wuppertal zum Kultstatus avanciert und mittlerweile mit "Hallo Krieg" auch von Ulrich Wickert und den Machern des "offiziellen" Fernsehens entdeckt:
Die Rede ist vom "Medienprojekt Wuppertal", geleitet von Andreas von Hoeren und seinem Team, das regelmäßig und das seit Jahren Hunderte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen magisch anzieht und Tausende mit seinen Filmen erreicht. Mit dem "Medienprojekt Wuppertal" finden Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland und aus unterschiedlichen Kulturen nicht nur Gelegenheit i h r e Geschichten mit einer "grenzenlosen Subjektivität" zu erzählen und filmisch umzusetzen, sondern sie erobern sich ein ständig wachsendes Publikum, das in die

filmische Auseinandersetzung mit gelebtem Alltag einbezogen wird. Institutionen werden neugierig und für viele ist durch die Arbeit des Medienprojekts zum ersten Mal ein authentischer Blick auf Lebensbedingungen und Blickrichtungen, Interessenlagen und Wünsche, Alltag und Utopien aus der Perspektive der nachwachsenden Generation möglich. Immer am Puls der Zeit liegend und wichtige Aufklärungs- und Präventivarbeit leistend, sind die Filme als politische, gesellschaftliche und persönliche Interessenvertretung von Jugendlichen gegenüber Erwachsenen (insbesondere PolitikerInnen) zu verstehen. Durch den potenziellen Einsatz in Schulen, Jugendzentren und Kinos wird nicht nur provokante und kreative Aufklärungsarbeit geleistet, sondern durch biografische Reflexion und filmische Artikulation wird die Medienkompetenz aller Beteiligten vielfältig gewährleistet.

Mit "Hallo Krieg" haben Andreas von Hoeren und seine MitarbeiterInnen von Januar bis August 2003 eine Dokuserie mit irakischen, amerikanischen und deutschen Jugendlichen zum Irakkrieg 2003 gedreht. Das, was so nahe liegen müsste, die Befragung derjenigen, die mit den Folgen von Kriegen besonders konfrontiert sein werden, war kaum zu sehen. Hier wird es umgesetzt!

Ausgestattet mit einer Videokamera, dabei angeleitet von Medienpädagogen und Filmemachern, dokumentieren deutsche, irakische und amerikanische Jugendliche mit der Videokamera ihr Leben, ihre Gedanken, ihre Gefühle anlässlich des Krieges über einen Zeitraum von mehreren Monaten.
Interviews, Portraits, telefonische Diskussionen, Stellungnahmen, Protestaktionen und Demonstrationen gegen den Krieg sowie Statements für den Krieg, werden ergänzt durch dokumentarische Kriegsbilder, Informationen, Bilder aus den USA und dem Irak vor, während und nach dem Krieg.

Die oftmals frappierend klaren Fragen und lakonischen Feststellungen hinterlassen beim Zuschauer eine größere Aufmerksamkeit und Wirkung als alles, was bislang zu sehen war. Wenn eine irakische Schülerin feststellt, dass der Tod von Tausenden Arabern während des Krieges hingenommen wird, während das Sterben eines Haustieres intensiv betrauert wird, dann entstehen Bilder von Welterfahrung junger Menschen, die in ihrer Eindringlichkeit kaum zu übertreffen sind. Durch diese authentischen Stellungnahmen gelingt es, Krieg und seine Auswirkungen auf Jugendliche in allen drei Ländern aus den verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen nachzuvollziehen. Die Serie, produziert in Bagdad, Wuppertal, Iowa und Oklahoma ist ein aufrüttelnder Beitrag zur Friedenserziehung.

Die Jury wollte mit der Vergabe des 1. Preises die mutige und leidenschaftliche Lust zur Artikulation unterstützen."

Die Dokuserie "Hallo Krieg"

Unter dem Titel "Hallo Krieg" produzierte das "Medienprojekt Wuppertal" vom Januar bis September 2003 mit Jugendlichen eine Dokuserie zum Irakkrieg. Deutsche , irakische und amerikanische Jugendliche dokumentierten in diesem weltweit einzigartigen trinationalen Projekt mit der Videokamera ihr Leben und ihre Gedanken über mehrere Monate vor, während und nach dem Krieg. Sie wurden angeleitet von Medienpädagogen und Filmemachern. Die 5teilige Dokuserie wurde in Bagdad, Wuppertal, Iowa und Oklahoma produziert.

Mit dem Filmprojekt sollte erreicht werden, Krieg und seine Auswirkungen für Jugendliche in allen drei Ländern aus den verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen nachvollziehbarer zu machen.
Die Dokuserie "Hallo Krieg" wurde sehr erfolgreich in 30minütigen Folgen alle 3 Wochen veröffentlicht und bundesweit als politisches Bildungsmittel für Schulen, Jugendeinrichtungen, Veranstaltungen und Privatpersonen vertrieben. Ausschnitte aus dem Projekt wurden auch aktuell in vielen Fernsehredaktionen gezeigt.
Für das Projekt (Teil 5: Die Bagdadreportage) fuhr eine Gruppe von Schülerinnen im August nach Bagdad, um dort eine professionelle Reportage im Rahmen der Dokuserie "Hallo Krieg" über den Krieg und die Kriegsauswirkungen im Irak aus junger Sichtweise zu drehen.


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