Dieser Internet-Auftritt kann nach dem Tod des Webmasters, Peter Strutynski, bis auf Weiteres nicht aktualisiert werden. Er steht jedoch weiterhin als Archiv mit Beiträgen aus den Jahren 1996 – 2015 zur Verfügung.

Kongresse, Veranstaltungen, Seminare

Oktober/November 2004

Internationale und interdisziplinäre Tagung

"Banal Militarism: Zur Veralltäglichung des militärischen und kriegerischen Habitus"

15. und 16. Oktober an der Universität Marburg

Veranstalter: Zentrum für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg und der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi).
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA, England, Finnland, Österreich und Deutschland werden über Begriff, Phänomene und Kontexte des "banal militarism" aus historischer, kunsthistorischer, soziologischer, politik-, literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive diskutieren.

Die Anmeldung zur Tagung ist über unsere Internet-Seite möglich:
www.banal-militarism.de
Dort sind auch Hinweise zur Unterbringung und Anreise zu finden.

Zur thematischen Ausrichtung der Tagung

Das Phänomen des Militarismus ist in der Vergangenheit häufig anhand des preussisch-deutschen und des japanischen Beispiels diskutiert worden. Der "klassische Militarismus" wird gewöhnlich als eine gesellschaftliche Konstellation verstanden, in der das Militärische eine bevorzugte Rolle in Staat und Gesellschaft spielt. In diesem Sinne wird der Militarismus in der Bundesrepublik wie in vielen anderen Staaten als ein randständiges Phänomen wahrgenommen. Dennoch spielt das Militär eine beträchtliche Rolle in vielen Gesellschaften - im Verbrauch gesellschaftlichen Reichtums, in der öffentlichen Diskussion und im Alltagserleben vieler Menschen.

Ein Begriff existiert dafür allerdings nicht - trotz zahlloser Kriegsfilme und TV-Reportagen über das Soldatenleben auf Flugzeugträgern, trotz der millionenfachen Verbreitung von PC-Kriegsspielen, trotz Wanderausstellungen wie ‚Unser Heer', trotz des Auftretens von Jugendoffizieren oder der Präsentation der Bundeswehr mit einem großen Stand bei der Leipziger Buchmesse im März 2003. Auslassungen in der Sprache des Politischen sind aber selten absichtslos, wie der englische Sozialwissenschaftler Michael Billig festgestellt hat. In Anlehnung an seine Überlegungen, die in alltäglichen Handlungen und Diskursen stattfindende Reproduktion des Nationalstaates bzw. ‚der Nation' als ‚banal nationalism' zu bezeichnen, scheint uns der Begriff des ‚banal militarism' geeignet, um die entsprechenden sozialen, medialen und kommunikativen Mechanismen zu erfassen, die die Existenz von Militär, sein öffentliches Auftreten, sein Anspruch auf Bereitstellung öffentlicher Mittel sowie seinen Einsatz legitimieren. Den unspektakulären, medial und kommunikativ vermittelten Prozessen und Dimensionen eines "banalen Militarismus", d.h. einer Veralltäglichung des militärischen und kriegerischen Habitus, widmet sich diese explorativ angelegte internationale Tagung.

Programme and Organizing Committee:
Fabian Virchow (sociologist) & Dr. Tanja Thomas (media scientist)
The conference is hosted by:
Center für Conflict Studies at the Philipps-University of Marburg
Bund demokratischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen (BdWi)

For contact and further information please visit the conference web-page:
www.banal-militarism.de




Wissenschaftliche Fachtagung

"Recht - Medien - Justizkritik"

vom 15. bis 17. Oktober 2004

Die Justiz im demokratischen Rechtsstaat bedarf einer kritischen Begleitung durch die Öffentlichkeit: „Justizkritik ist das Korrelat der richterlichen Unabhängigkeit“ (Richard Schmid).
Sind aber juristisch relevante Themen überhaupt über „Eintags-Themen“ hinaus in den Massenmedien aus reichend repräsentiert oder kommen sie zu kurz?
Inwieweit werden z. B. in der Presse die Realität von Kriminalität und deren Bekämpfung, einschließlich des Strafvollzuges, richtig dargestellt und gewichtet?
Wie steht es mit der Gefahr, dass Journalisten neben der Orientierung an den Marktgesetzen das Interesse populistischer Politiker bedienen oder dass in Lokalseiten die Gerichtsreportage zur Hof- oder Sensationsberichterstattung oder zur nur anekdotischen Unterhaltung wird?
Welchen Stellenwert haben Recht und Justiz in der Journalistenausbildung?

Die Tagung will Juristen, Journalisten und an Rechtsfragen interessierte Bürger zur Diskussion über diese Fragen zusammenführen.
Wie immer beim Forum Justizgeschichte, ist die Analyse der Zeitgeschichte der Brennspiegel für die Fokussierung der Gegenwart.

Auszüge aus dem reichhaltigen Programm:
  • Die Blüte der Gerichtsreportage während der Weimarer Republik. Jens B. Brüning, Berlin
  • Wer darf kritisieren? Zum Verhältnis von Justiz und Öffentlichkeit in der Bundesrepublik. Dr. Jörg Requate, Bielefeld
  • Medien und Sexualstrafrecht. Martin Klingst, Hamburg
  • Justizkritik: Balanceakt zwischen den Stühlen – Erfahrungen aus der Praxis – Norbert Leppert, Frankfurt
  • Justiz und Öffentlichkeit – praktische Probleme und Verständigungsschwierigkeiten. Dr. Martin W. Huff, Frankfurt
  • Skandalisiertes Unrecht – die Kriminalitätsangst als Beute von Medien und Politik. Christian Bommarius, Berlin
  • Zwischen Urteilskritik und Justizverteidigung – eine Karlsruher Perspektive – Dr. Wolfgang Janisch, Karlsruhe
Anmeldung POSTALISCH:
Forum Justizgeschichte e.V.
c/o Dr. Helmut Kramer
Herrenbreite 18 a
38302 Wolfenbüttel
Fon: 05331 / 7 11 35; Fax: 05331 / 3 33 29
E-Mail:tagung@forum-justizgeschichte.de

TAGUNGSORT:
Deutsche Richterakademie Am Schloß 1
16818 Wustrau-Altfriesack
Fon: 033925 / 897-0; Fax: 033925 / 897-202

Weitere Informationen über das Forum Justizgeschichte e.V.
Faxanmeldung: Forum Justizgeschichte e.V., Fax: 05331 / 3 33 29 Link: http://www.forumjustizgeschichte.de




STOP – Internationale Konferenz gegen Kinderhandel

terre des hommes veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Stadt Osnabrück vom 2. bis 4. November 2004 eine internationale Konferenz zum Thema Kinderhandel.

Vertreter aus Politik, Institutionen, Fach-Organisationen, Medien und Projektarbeit diskutieren den Stand der Thematik und entwerfen konkrete Handlungsempfehlungen für eine effektive Bekämpfung des Kinderhandels. Auch eine interessierte Öffentlichkeit ist auf der Konferenz willkommen.

Die Konferenz "STOP" beginnt mit einführenden Fachvorträgen ausgewählter Redner zu Hintergründen des Kinderhandels sowie einem Überblick über aktuelle Entwicklungen und Gegenmaßnahmen. Am zweiten Tag werden die Teilnehmer aus Deutschland, Europa sowie dem außereuropäischen Ausland in Fachforen einzelne Aspekte des Kinderhandels im Sinne eines Wissens- und Erfahrungsaustausches vertiefend diskutieren. Die Ergebnisse der Foren fließen am Abschlusstag ein in eine Podiumsdiskussion mit dem Ziel, konkrete Handlungsempfehlungen zu formulieren.

Weitere Hinweise erhalten Sie auf der Homepage von terre des hommes:
www.tdh.de





Öffentliche Tagung der IPPNW - Ärzte in sozialer Verantwortung

Folter und Humanität

Berlin, Urania, 6. November 2004

Aus dem Tagungsprogramm:

Ab 10 Uhr Anmeldung
11:00 Uhr Begrüßung
11:10 - 13:00 Uhr Einführende Vorträge
  • Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter: Folter und Humanität
  • Hans Leyendecker: Die Lügen des Weißen Hauses
  • Dr. Heiner Bielefeldt: Folter und Recht
13:00 - 14:00 Uhr Mittagspause

14:00 - 15:30 Uhr Foren
  • Folter im Irak: Herr Dr. Al-Zainy, Bagdad/Irak; Frau Dr. Meyssem, Bagdad/Irak
    Moderation: Dr. Angelika Claußen
  • Folter - ein Asylgrund? Dr. Waltraut Wirtgen;
    Moderation: Dr. Gisela Penteker
  • Traumatisierte Eltern - Folgen für die Kinder: Prof. Dr. Peter Riedesser
15:30 - 16:00 Uhr Kaffeepause

16:00 - 17:30 Uhr Foren
  • Folter im Irak (Fortsetzung)
  • Therapeutische Arbeit mit Folterüberlebenden: Möglichkeiten und Hindernisse: Dr. Mechthild Wenk-Ansohn, Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin
17:40 Uhr Abschlussvorträge:
  • Dr. Monika Hauser, medica mondiale: "Verdrängtes Verbrechen". Sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Krieg und ihre langfristigen Folgen für Überlebende und Gesellschaft
  • Barbara Lochbihler, amnesty international: Für eine Welt frei von Folter
18:40 Uhr Verabschiedung

Online-Anmeldung hier: www.ippnw.de/sozial/anmeldungtagung.htm




Kompetent im Konflikt

Die TRANSCEND-Methode der Konfliktbearbeitung: Konzept, Methoden, Training
Zertifizierte Train-the-Trainer-Ausbildung


Sechs Termine von November 2004 bis Mai 2005, erster Termin:

26.11.-28.11.2004

Refententen(-innen): Johan Galtung u.a.

TRANSCEND bietet zum ersten Mal in Deutschland eine Fortbildung zu Konzept und Methoden der Konflikttransformation nach dem TRANSCEND-Ansatz an. Die sechs Wochenenden umfassende Fortbildung befähigt die Teilnehmer, komplexe Konfliktkonstellationen unter Berücksichtigung ihrer sozialen, kulturellen und unterbewussten Dimensionen zu analysieren sowie Optionen für deren konstruktive Bearbeitung zu entwickeln. Die dafür erforderlichen Methoden und Handwerkszeuge werden in einem interaktiv ausgerichteten Training erarbeitet (z.B. Gesprächs- und Verhaltenstechniken, psychodramatische Rollensimulation, soziometrische Aufstellungen, Fallarbeit an konkreten Konflikten). Während der Kurse wird das erworbene Wissen unter Anleitung international erfahrener TrainerInnen systematisch erprobt. Dazu gehört die individuelle Überprüfung der Lernfortschritte.Vorkenntnisse in der Trainingsarbeit sind erforderlich. Die Fortbildung wird nach erfolgreicher schriftlicher Abschlussarbeit von TRANSCEND zertifiziert. Die Ausbildung findet an insgesamt sechs Wochenenden in Iserlohn und Schwerte statt.

Anmeldekontakt und weitere Informationen unter
www.transcend-germany.de





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