Jugoslawien, Schüleraustausch, Völkerverstädnigung (Friedensratschlag)
Dieser Internet-Auftritt kann nach dem Tod des Webmasters, Peter Strutynski, bis auf Weiteres nicht aktualisiert werden. Er steht jedoch weiterhin als Archiv mit Beiträgen aus den Jahren 1996 – 2015 zur Verfügung.

Schüleraustausch Kragujevac-Hamburg - Ein Beispiel für viele

Friedensarbeit von unten auch nach Regimewechsel fortsetzen

Im Folgenden dokumentieren wir einen Aufruf aus Hamburg, in dem zur Fortsetzung der Solidaritätsarbeit mit Jugoslawien "von unten" aufgerufen wird. Dies ist nur ein Beispiel für viele ähnliche Initiativen, die sich z.T. schon während des NATO-Kriegs gebildet hatten und - unabhängig vom jeweiligen Regime - bis heute weiter arbeiten.

Wir, Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Jahnschule, möchten auch weiterhin mit unserem Schüleraustausch zwischen Deutschland und Jugoslawien zur Völkerverständigung beitragen.

Die Schule "Prva Kragujevacka Gimnazija", die wir im letzen Jahr besuchten, liegt in Kragujevac, in Serbien. Diese Schule hat eine besondere Bedeutung in der deutsch-jugoslawischen Geschichte. Am 21.Oktober 1941 richtete die deutsche Wehrmacht in Kragujevac ein Massaker an 7000 männlichen Einwohnern dieser Stadt an. Unter ihnen befanden sich auch 300 Schüler und 20 Lehrer des "Prva Kragujevacka Gimnazija". Das Massaker war ein von Deutschland aus angeordneter Vergeltungsakt, bei dem für jeden im Kampf gegen die Partisanen gefallenen oder verletzten deutschen Soldaten 50-100 jugoslawische Zivilisten erschossen wurden.

58 Jahre nach diesem Massenmord der deutschen Wehrmacht wurde die Gedenkstätte, die an den 21.Oktober 1941 erinnert, im Kosovo-Krieg durch die Bombardements der NATO beschädigt. An diesem Krieg, der in ganz Jugoslawien große Zerstörungen hinterließ, waren wieder deutsche Soldaten beteiligt. Unter anderem wurden auch mehr als 300 Schulen zerstört oder beschädigt.

Anlässlich des Krieges hat sich vor knapp 2 Jahren an der Gesamtschule Jahnschule eine Friedensinitiative gegründet. Wir haben der Behauptung von einem humanitären Krieg keinen Glauben geschenkt.. Um uns ein eigenes Bild von dem Krieg und dessen Auswirkungen auf die jugoslawische Bevölkerung zu machen, organisierten wir einen Schüleraustausch mit SchülerInnen des "Prva Kragujevacka Gimnazija". Im Mai letzten Jahres gelang es uns mit Hilfe von zahlreichen Spendengeldern unser Vorhaben zu verwirklichen und mit 15 SchülerInnen und einem Lehrer für eine Woche nach Jugoslawien zu fahren. Auch konnte der Gegenbesuch von 15 SchülerInnen und 2 Lehrern im September 2000 komplett finanziert werden.

In Jugoslawien sahen wir unsere Zweifel an einem "humanitären" Krieg bestätigt: Der Krieg traf in erster Linie die Zivilbevölkerung, materiell sowie auch psychisch. Die Bomben zerstörten nicht nur Wasser- und Elektrizitätswerke, Schulen und Krankenhäuser, sondern auch Arbeitsplätze und die Lebensperspektiven von Tausenden von Menschen, besonders die der Jugendlichen.

Für die meisten der jugoslawischen Jugendlichen war es unmöglich ins Ausland zu reisen. Sie sind eine Generation, die im Laufe ihres Lebens ständig mit Krieg konfrontiert wurde. Gerade während unseres Besuches merkten wir, wie wichtig es ist, den Jugendlichen in Jugoslawien zu zeigen, dass es auch Menschen gibt, die sich solidarisch mit ihrer Situation auseinandersetzen und in Kontakt mit ihnen treten.

Auch nach den politischen Veränderungen in Jugoslawien möchten wir unseren Kontakt mit unseren jugoslawischen Freunden aufrecht erhalten und den Austausch zu einer festen Institution werden lassen.

Unsere Partnerschule "Prva Kragujevacka Gimnazija" sowie die Familien der jugoslawischen SchülerInnen sind aufgrund ihrer momentanen finanziellen Situation weder in der Lage unseren Aufenthalt in Jugoslawien, noch einen Gegenbesuch ihrer Kinder nach Hamburg zu finanzieren. Auch wir können die Kosten, die durch die Reise entstehen, leider nicht vollständig decken.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns und die jugoslawischen Schüler/innen bei unserem Anliegen, den Schüleraustausch fortzusetzen, finanziell unterstützen könnten. Wir wären Ihnen für Ihre Hilfe sehr dankbar.

Kontaktadresse: Aljoscha Domes, Rutschbahn 5, 20146 Hamburg

E-Mail: j.michallek@t-online.de

Spendenkonto:
Treuhandkonto Ernst Otte; Stichwort: Kragujevac Konto-Nr.: 1236125397; BLZ: 200500550 HaSpa Weitere Beiträge über Jugoslawien

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