Der Tag der Schakale, 21.06.2003 (Friedensratschlag)
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Der Tag der Schakale / The Day Of The Jackals

Von Arundhati Roy / By Arundhati Roy

Den folgenden Text über die Zustände im Irak hat die indische Schriftstellerin Arundhati Roy bereits Anfang Juni 2003 angefertigt. Es handelte sich um eine Rede bei einem Antikriegs-Teach-In. Er wurde veröffentlicht auf der Internetseite "ZNet" ("The Day Of The Jackals"). Wir dokumentieren den Text in einer deutschen Übersetzung sowie im englischen Original.


Mesopotamien. Babylon. Der Tigris und der Euphrat. Wie viele Kinder in wie vielen Klassenzimmern über wie viele Jahrhunderte sind durch die Vergangenheit gesegelt getragen auf den Flügeln dieser Worte? Und nun sind Bomben gefallen, diese alte Zivilisation in Brand setzend und demütigend.

Auf die Stahlrümpfen ihrer Geschosse haben pubertierende amerikanische Soldaten anschauliche Mitteilungen in kindlicher Handschrift geschmiert: "For Saddam, from Fat Boy Posse." Ein Gebäude brach in sich zusammen. Ein Marktplatz. Ein Wohnhaus. Ein Mädchen, das einen Jungen liebte. Ein Kind, das nur mit den Murmeln seines älteren Bruders spielen wollte.

Am 21. März, dem Tag nach dem Beginn des illegalen Einsatzes und der illegalen Besetzung des Iraks durch amerikanische und britische Truppen, befragte ein "integrierter" CNN-Korrespondent einen amerikanischen Soldaten. "Ich will da rein und aufräumen!", sagte der Gefreite A.J.: "Ich will Vergeltung für den 11. September!" Dem Korrespondenten muss man zugute halten, dass er, obschon "integriert", immerhin schwächlich andeutete, dass es bislang keinen wirklichen Beweis gebe, der die irakische Regierung und die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in Verbindung setzte. Soldat A.J. ließ seine Zunge bis übers Kinn gleiten: "Ach nun, das Zeug is mir zu hoch."

Zur Zeit des Einmarsches der Vereinigten Staaten in den Irak schätzte eine Umfrage von CBS und New York Times, dass 42% der Amerikaner Saddam Hussein direkt für die Angriffe aufs World Trade Center und aufs Pentagon verantwortlich machten. Eine Umfrage der ABC-Nachrichten stellte fest, dass 55% der Amerikaner glaubten, dass Saddam Hussein Al Qaida unmittelbar unterstütze. All diesen Meinungen liegt kein Beweis zugrunde (weil es ihn nicht gibt). Sie alle beruhen auf Anspielungen, auf Selbstbetrug, auf glatten Lügen, die von den Medienunternehmen in Umlauf gebracht worden waren. Öffentliche Unterstützung für den Irakkrieg der USA gründete sich auf einem vielschichtigen Komplex aus Falschheit und Betrug, koordiniert durch die US-Regierung und ergeben unterstützt von der Presse. Da waren die erfundenen Verbindungen zwischen dem Irak und Al-Qaida. Die selbst gemachte Hysterie über Iraks "Massenvernichtungswaffen". Keine Massenvernichtungswaffen konnten gefunden werden. Nicht einmal eine kleine.

Nun, nachdem der Krieg geführt und gewonnen und die Verträge über den Wiederaufbau gezeichnet und besiegelt sind, berichten die New York Times, dass "der CIA begonnen habe zu untersuchen, ob sich die amerikanischen Geheimdienste vor Kriegsbeginn in ihren Aussagen über Saddam Husseins Regierung und Iraks Waffenprogramme geirrt haben." Derweil wurde ganz am Rande eine alte Zivilisation gelegentlich verheert von einer sehr jungen, gelegentlich gewalttätigen Nation.

Während über eines Jahrzehnts aus Krieg und Sanktionen haben amerikanische und britische Einheiten tausende Geschosse und Bomben auf den Irak niedergehen lassen. Iraks Felder und Weiden sind mit dreihundert Tonnen abgereicherten Urans beschossen worden. Auf ihren Angriffsflügen griffen die Alliierten Wasseraufbereitungsanlagen an, obschon sie darum wussten, dass sie nicht ohne Hilfe aus dem Ausland zu reparieren wären. Im Südirak gab es einen vierfachen Anstieg der Krebsfälle bei Kindern.

Im Jahrzehnt wirtschaftlicher Sanktionen, dass auf den ersten Krieg folgte, verweigerte man irakischen Zivilisten Medizin, Krankenhausausrüstung, Rettungstransportwagen, sauberes Wasser - das Nötigste. Über eine halbe Million irakischer Kinder starben als Folge dieser Sanktionen.

Die Medienunternehmen spielten eine unbezahlbare Rolle, indem sie Nachrichten über die Zerstörung des Iraks und seiner Bevölkerung von der amerikanischen Öffentlichkeit fernhielten. Sie haben nun mit der Vorbereitung von Kriegen gegen Syrien und den Iran mit derselben Routine aus Lügen und Hysterie begonnen - und wer weiß, vielleicht auch gegen Saudi Arabien.

Vielleicht wird der nächste Krieg das Juwel in der Krone von Bushs Wahlkampf 2004 darstellen. Obgleich er nicht unbedingt zu solch drastischen Mitteln greifen muss, zumal die Demokraten erklärten, dass ihre Strategie für die Wahl 2004 darin bestehe, den Republikanern Schwäche in Fragen der inneren Sicherheit vorzuwerfen. Das ist, als ob ein jugendlicher Schläger aus der Provinz der Mafia zu viele Skrupel vorwürfe. Es sieht aus, als ob die amerikanischen Präsidentschaftswahlen zu einer völligen Zeitverschwendung ausarten werden. Obschon das nicht eigentlich eine Überraschung ist.

Die US-Invasion des Iraks war vermutlich der feigste Krieg aller Zeiten. Nachdem man die "gute Autorität" der UN-Diplomatie benutzte (Wirtschaftssanktionen und Waffeninspektionen) um sicherzustellen, dass der Iraks auf die Knie gezwungen würde; nachdem sichergestellt war, dass die meisten seiner Waffen zerstört waren, schickte die "Koalition der Willigen", besser bekannt als die Koalition der Gezwungenen und Gedungenen, eine Invasionsarmee. Dann kündeten die Medienunternehmen freudenvoll, dass die Vereinigten Staaten einen gerechten und überraschenden Sieg erzielt hätten.

Fernsehzuschauer wurden Zeuge der Freude, welche die US-Armee den gewöhnlichen Irakern brachte: All diese frisch befreiten Menschen, die amerikanische Flaggen schwenkten, die sie irgendwie während der Jahre der Sanktionen angehortet haben müssen. Und dass die Umstürzung von Saddam Husseins Statue auf dem Firdosplatz (die wieder und wieder im Fernsehen gezeigt wurde) sich als das Werk einer Handvoll Mietlinge herausstellte, die von der US-Marineinfanterie abgestimmt wurden. Robert Fisk nannte es "die bestgezeigte Fotoinszenierung seit Iwo Jima (1)".

Und nicht zu vergessen, dass in den darauf folgenden Tagen amerikanische Soldaten auf eine Gruppe friedlicher, unbewaffneter irakischer Demonstranten schossen, die den Abzug der US-Einheiten forderten. Fünfzehn Menschen wurden totgeschossen. Dass einige Tage später US-Soldaten zwei weitere Menschen töteten und diverse verletzten, als diese gegen die Tötung von friedlichen Demonstranten demonstrierten. Dass sie 17 weitere Menschen in Mosul ermordeten. Dass sie dieses Töten auch in Zukunft fortsetzen werden (wenn auch nicht im Fernsehen).

Dass das aufgeklärte Land zu religiöser Sektiererei getrieben wird. Dass die US-Regierung Saddam Hussein geholfen hatte, an die Macht zu kommen, und ihn während seiner schlimmsten Verbrechen einschließlich des acht Jahre dauernden Krieges gegen den Iran und der Vergasungen von Kurden 1988 in Halabja unterstützte; Verbrechen, die 14 Jahre später aufgewärmt wurden und als Rechtfertigungsgründe für den neuen Irakkrieg dienten. Dass nach dem ersten Golfkrieg die Alliierten eine Erhebung von Schiiten in Basra entfachten und dann wegsahen, als Saddam Hussein die Revolte zerschmetterte und Tausende in einem Akt der Rache dahinschlachtete.

Nach der Invasion löste sich das gierende Interesse westlicher Fernsehsender an neu entdeckten Massengräbern schnell in Luft auf, nachdem sie bemerkten, dass es sich um irakische Leichen aus dem Krieg gegen den Iran und der schiitischen Erhebung handelte... Die Suche nach einem angemessenen Massengrab geht weiter. Nicht zu vergessen, dass US-amerikanische und britische Truppen Befehle hatten, Menschen nicht zu beschützen, sondern zu töten. Ihre Schwerpunkte waren eindeutig; Sicherheit und Schutz für das irakische Volk waren nicht ihre Aufgabe. Die Sicherung der kümmerlichen Überreste der irakischen Infrastruktur war nicht ihre Aufgabe. Aber Sicherung und Schutz der irakischen Ölfelder fielen darunter. Die Ölfelder wurden fast schon "gesichert", bevor die Invasion überhaupt begann.

Es lohnt sich festzustellen, dass der Wiederaufbau Afghanistans, das sich in einer viel schlimmeren Situation als der Irak befindet, nicht denselben apostolischen Enthusiasmus wie der Wiederaufbau des Iraks hervorgebracht hat. Selbst die Gelder, die Afghanistan öffentlich versprochen worden waren, sind großteils nicht überwiesen worden. Könnte es daran liegen, dass Afghanistan über kein Öl verfügt? Es hat eine Ölleitung, schon, aber kein Öl. Folglich gibt es nicht viel Geld, das dem besiegten Land genommen werden kann. Andererseits erzählte man uns, dass der Wiederaufbau des Iraks die Weltwirtschaft in Schwung bringen könnte: Schon lustig, wie die Interessen amerikanischer Unternehmen so häufig, so erfolgreich und so sorglos mit denen der Weltwirtschaft verwechselt werden. Über Iraks Öl für die Iraker und einen Krieg für Befreiung und Demokratie und eine repräsentative Regierung zu reden hatte einen ihm gemäßen Ort und Zeitpunkt. Es hatte seinen Nutzen. Doch die Dinge sind nun anders geworden.

Nachdem er eine 7000 Jahre alte Zivilisation in die Anarchie geleitet hatte, verkündete George Bush, dass die USA im Irak "auf unbestimmte Zeit" bleiben würden. Die USA verkündeten praktisch, dass der Irak nur dann eine repräsentative Regierung haben könne, wenn diese die Interessen angloamerikanischer Ölgesellschaften verträte. Mit anderen Worten: Du kannst frei deine Meinung äußern, solange du sagst, was ich will, dass du sagst.

Am 17. Mai schrieben die New York Times: "In einer plötzlichen Kehrtwende haben die USA und Großbritannien ihren Plan unbegründet fallengelassen, den irakischen Oppositionskräften zu erlauben, am Monatsende eine Nationalversammlung zu formen und eine provisorische Regierung einzusetzen. Stattdessen teilten führende amerikanische und britische Diplomaten, die mit der Leitung des Wiederaufbaus beschäftigt sind, den Exilantenführern auf einem Treffen am Abend mit, dass alliierte Behörden die Verwaltung des Iraks auf unbestimmte Zeit fortsetzen würden."

Lange vor Beginn der Invasion zitterten die globalen Handelsunternehmen dem Geld entgegen, dass der Wiederaufbau des Iraks kosten würde. Es wurde etikettiert als "das größte Wiederaufbauprojekt, seit der Marshallplan Europa nach dem zweiten Weltkrieg wieder auferstehen ließ." Bechtel GmbH mit Hauptsitz in San Franzisko ist das führende Schakalrudel, das in den Irak einzieht. Zufällig gehört der frühere Außenminister George Schultz zu den Direktoren von Bechtel und war auch Vorsitzender der Beraterkommission der "Gesellschaft zur Befreiung des Iraks".

Als er von den New York Times gefragt wurde, ob er besorgt über einen daraus entstehenden Interessenkonflikt sei, antwortete Schultz: "Ich wüsste nicht, dass speziell Bechtel davon profitieren würde. Doch wenn Arbeit getan werden muss, ist Bechtel die Art Unternehmen, das damit fertig wird. Niemand aber sieht das als etwas an, aus dem es Profit zu schlagen gilt." Bechtel hat bereits Verträge über 680 Mio. US-Dollar, aber laut New York Times "sagen unabhängigen Schätzungen, dass sich die Kosten, die im von Bechtel vertraglich mit der US-Agentur für Internationale Entwicklung festgelegten Bereich anfallen werden, am Ende auf 20 Mrd. US-Dollar belaufen werden."

In einem Artikel mit dem passenden Titel "Fütterungshysterie im Anmarsch, weil Unternehmen überall auf der Welt ihren Anteil am Unternehmen haben wollen" bemerken die Times (ohne Ironie), dass "Regierungen überall auf der Welt und die Unternehmen, deren Sache sie vertreten, Washington im Zuge einer Kampagne unter Belagerung genommen haben, die darauf abzielt, einen Teil der Wiederaufbauunternehmen für sich zu gewinnen." "Obschon sie ihre Ansprüche auf moderate Weise ins Feld führen," vermerkt der Artikel, "führen die Briten an, was einige der Beamten der Bush-Administration für das überzeugendste Argument halten: dass sie Blut im Irak vergossen haben."

Wessen Blut vergossen wurde, wurde nicht klargestellt. Sicherlich war nicht britisches Blut gemeint oder amerikanisches. Sie müssen gemeint haben, dass die Briten den Amerikanern halfen, irakisches Blut zu vergießen." So ist also das "überzeugendste Argument" für Wiederaufbauverträge im Irak, wenn ein Land anführen kann, dass es am Mord an den Irakern mit beteiligt war.

Lady Simons, die stellvertretende Vorsitzende des britischen Oberhauses, reiste jüngst mit vier Industrieführern mach Amerika. Abgesehen vom Erheben ihrer Ansprüche aus ihrem Status als Mit-Mörder heraus berief sich die britische Delegation auch auf ihre kolonialistische Vergangenheit, erneut ohne Ironie, indem sie anführte, dass britische Unternehmen "seit den imperialen Tagen Anfang des 20. Jahrhunderts lange und enge Beziehungen mit dem Irak und dem irakischen Handel hatten, bis die internationalen Sanktionen in den 90er Jahren errichtet wurden." Am Rande heißt das natürlich auch, dass Großbritannien Saddam Hussein während der 70er und 80er Jahre unterstützt hat.

Diejenigen von uns, die zu ehemaligen Kolonien gehören, verstehen Imperialismus als Vergewaltigung. So raubt ihr. Dann tötet ihr. Dann fordert ihr, die Leichen zu vergewaltigen. Das ist gewöhnlich als Nekrophilie bekannt. Diese Furcht erregende Analogie noch weiter belastend sagte Richard Perle vor kurzem: "Die Iraker sind heutzutage freier und wir sind sicherer. Entspannt euch und freut euch darüber!"

Ein paar Tage nach Kriegsbeginn sagte der Nachrichtensprecher Tom Brokaw: "Etwas, was wir nicht wollen, ist die Zerstörung der Infrastruktur Iraks, da wir dieses Land in ein paar Tagen beherrschen werden." Jetzt werden die Besitzübertragungsurkunden unterzeichnet. Irak ist kein Staat mehr. Er ist ein Vermögenswert. Er wird nicht länger beherrscht. Er wird besessen.

Und in der Hauptsache wird er von Bechtel besessen. Vielleicht werden Halliburton und ein britisches Unternehmen oder zwei ein paar Knochen abbekommen. Unser Kampf muss sich sowohl gegen die Besetzer als auch gegen diese neuen Besitzer des Iraks richten!

(1) "Die bronzene Figurengruppe mit der Flaggenerrichtung im Mittelpunkt erinnert an die Eroberung der Insel Iwo Jima während des 2. Weltkrieges. Damals versuchten 110.000 Marines die Insel zu erobern, wo sich in den verlassen Bergwerkstollen über 21.000 Japaner verschanzt hatten. Die Eroberung dieser strategisch wichtigen Insel kostete allen Japanern und ca. 26.000 Marines das Leben."

Übersetzung von Benjamin Brosig
Orginalartikel: "The Day Of The Jackals"
www.zmag.de - ZNet 02.06.2003


The Day Of The Jackals

Speech at national anti war teach-in
by Arundhati Roy

June 02, 2003

Mesopotamia. Babylon. The Tigris and Euphrates. How many children, in how many classrooms, over how many centuries, have hang-glided through the past, transported on the wings of these words?
And now the bombs have fallen, incinerating and humiliating that ancient civilization.
On the steel torsos of their missiles, adolescent American soldiers scrawled colorful messages in childish handwriting: "For Saddam, from the Fat Boy Posse." A building went down. A market place. A home. A girl who loved a boy. A child who only ever wanted to play with his older brother’s marbles.

On the March 21--the day after American and British troops began their illegal invasion and occupation of Iraq--an "embedded" CNN correspondent interviewed an American soldier. "I wanna get in there and get my nose dirty," Private A.J. said. "I wanna take revenge for 9/11."

To be fair to the correspondent, even though he was "embedded," he did sort of weakly suggest that so far there was no real evidence that linked the Iraqi government to the September 11, 2001, attacks. Private A.J. stuck his teenage tongue out all the way down to the end of his chin. "Yeah, well, that stuff’s way over my head," he said.

When the United States invaded Iraq, a New York Times/CBS News survey estimated that 42 percent of the American public believed that Saddam Hussein was directly responsible for the September 11 attacks on the World Trade Center and the Pentagon. And an ABC news poll said that 55 percent of Americans believed that Saddam Hussein directly supported al-Qaeda. None of this opinion is based on evidence (because there isn’t any). All of it is based on insinuation, auto-suggestion and outright lies circulated by the U.S. corporate media.

Public support in the U.S. for the war against Iraq was founded on a multi-tiered edifice of falsehood and deceit, coordinated by the U.S. government and faithfully amplified by the press.

We had the invented links between Iraq and al-Qaeda. We had the manufactured frenzy about Iraq’s "weapons of mass destruction." No weapons of mass destruction have been found. Not even a little one.

Now--after the war has been fought and won, and the contracts for reconstruction have been signed and sealed--the New York Times reports that "The Central Intelligence Agency has begun a review to try to determine whether the American intelligence community erred in its prewar assessments of Saddam Hussein’s government and Iraq’s weapons programs."

Meanwhile, in passing, an ancient civilization has been casually decimated by a very recent, casually brutal nation.

Throughout more than a decade of war and sanctions, American and British forces fired thousands of missiles and bombs on Iraq. Iraq’s fields and farmlands were shelled with three hundred tons of depleted uranium.

In their bombing sorties, the Allies targeted and destroyed water treatment plants, aware of the fact that they could not be repaired without foreign assistance. In southern Iraq, there was a fourfold increase in cancer among children.

In the decade of economic sanctions that followed the war, Iraqi civilians were denied medicine, hospital equipment, ambulances, clean water--the basic essentials. About half a million Iraqi children died as a result of the sanctions.

The corporate media played a sterling role in keeping news of the devastation of Iraq and its people away from the American public. It has now begun preparing the ground with the same routine of lies and hysteria for a war against Syria and Iran--and, who knows, perhaps even Saudi Arabia.

Perhaps the next war will be the jewel in the crown of George Bush’s 2004 election campaign. Though he may not need to go to such great lengths since the Democrats have announced that their strategy for the 2004 election is to charge that the Republicans are weak on national security. It’s like a small-town teenage bully telling the Mafia it has too many scruples.

America’s presidential election sounds as though it will be a complete waste of everybody’s time. Although that’s not exactly breaking news.

The U.S. invasion of Iraq was perhaps the most cowardly war ever fought in history.

After using the "good offices" of UN diplomacy (economic sanctions and weapons inspections) to ensure that Iraq was brought to its knees, after making sure that most of its weapons had been destroyed, the "Coalition of the Willing"--better known as the Coalition of the Bullied and Bought--sent in an invading army.

Then the corporate media gloated that the United States had won a just and astonishing victory!
TV watchers witnessed the joy that the U.S. Army brought to ordinary Iraqis. All those newly liberated people waving American flags, which they must have somehow hoarded during the years of sanctions.
Never mind that the toppling of the statue of Saddam Hussein in Firdos Square (shown over and over on TV) turned out to be a carefully choreographed charade played out by a handful of hired extras coordinated by the U.S. Marines. Robert Fisk called it the "most staged photo-op since Iwo Jima."

Never mind that in the days that followed, American soldiers fired into a crowd of peaceful, unarmed Iraqi demonstrators who were demanding that U.S. troops leave their country. Fifteen people were shot dead.
Never mind that a few days later, U.S. soldiers killed two more and injured several people who were protesting the fact that peaceful demonstrators were being killed. Never mind that they murdered 17 more people in Mosul.
Never mind that in the days to come, the killing will continue. (But it won’t be on TV.)
Never mind that a secular country is being driven to religious sectarianism.
Never mind that the U.S. government helped Saddam Hussein’s rise to power and supported him through his worst excesses, including the eight-year war against Iran and the 1988 gassing of Kurdish people in Halabja, crimes which 14 years later were reheated and served up as reasons to justify going to war against Iraq.

Never mind that after the first Gulf War, the Allies fomented an uprising of Shias in Basra, and then looked away while Saddam Hussein crushed the revolt and slaughtered thousands in an act of vengeful reprisal.

After the invasion of Iraq, Western TV channels’ ghoulish interest in the mass graves they discovered evaporated quickly when they realized that the bodies were of Iraqis who had been killed in the war against Iran and the Shia uprising...The search for an appropriate mass grave continues.

Never mind that U.S. and British troops had orders to kill people, but not to protect them. Their priorities were clear. The safety and security of Iraqi people was not their business.

The security of whatever little remained of Iraq’s infrastructure was not their business. But the security and safety of Iraq’s oilfields was. The oilfields were "secured" almost before the invasion began.

It’s worth noting that the reconstruction of Afghanistan, which is in far worse condition than Iraq, hasn’t merited the same evangelical enthusiasm in reconstruction that Iraq has. Even the money that was so publicly promised to Afghanistan has not for the most part been handed over.

Could it be because Afghanistan has no oil? It has a route for a pipeline, true, but no oil. So there isn’t much money to be extracted from that vanquished country.

On the other hand, we were told that contracts for the reconstruction of Iraq could jumpstart the world economy. It’s funny how the interests of American corporations are so often, so successfully, and so deliberately confused with the interests of the world economy.

The talk about Iraq’s oil for Iraqis and a war of liberation and democracy and representative government had its time and place. It had its uses. But things have changed now...

Having escorted a 7,000-year-old civilization into anarchy, George Bush has announced that the U.S. is in Iraq to stay "indefinitely." The U.S., in effect, has said that Iraq can only have a representative government if it represents the interests of Anglo-American oil companies. In other words, you can have free speech as long as you say what I want you to say.

On May 17, the New York Times said, "In an abrupt reversal, the United States and Britain have indefinitely put off their plan to allow Iraqi opposition forces to form a national assembly and an interim government by the end of the month. Instead, top American and British diplomats leading reconstruction efforts here told exile leaders in a meeting tonight that allied officials would remain in charge of Iraq for an indefinite period."

Long before the invasion began, the world’s business community was tingling with excitement about the scale of money that the reconstruction of Iraq would involve. It has been billed as "the biggest reconstruction effort since the Marshall Plan rebuilt Europe after World War Two."

Bechtel Corp., based in San Francisco, is leading the pack of jackals moving in to Iraq.

Coincidentally, former Secretary of State George Schultz is on the board of directors of Bechtel, and happens also to have served as the chairman of the advisory board of the Committee for the Liberation of Iraq.

When asked by the New York Times whether he was concerned about the appearance of a conflict of interest, Shultz said, "I don’t know that Bechtel would particularly benefit from it. But if there’s work to be done, Bechtel is the type of company that could do it. But nobody looks at it as something you benefit from."

Bechtel already has a contract for $680 million, but, according to the New York Times, "[I]ndependent estimates are that the final cost for the reconstruction effort of the extent outlined in Bechtel’s contract with USAID would be $20 billion."

In an article appropriately headlined "Feeding Frenzy Under Way, as Companies From All Over Seek a Piece of the Action," the Times notes (without irony) that "governments around the world and the companies whose causes they support have besieged Washington in a campaign to win a piece of the reconstruction action in Iraq."

"The British," the article notes, "though their appeals are understated, offer what some Bush administration officials argue is the most convincing case: that they shed blood in Iraq."

Whose blood was shed has not been clarified. Surely they didn’t mean British blood, or American blood. They must have meant the British helped the Americans to shed Iraqi blood.

So "the most convincing case" for reconstruction contracts is when a country can argue that it is a co-murderer of Iraqis.

Lady Simmons, the deputy leader of the UK House of Lords, recently traveled to America with four leaders of British industry. Apart from staking their claim to contracts based on their status as co-murderers, the British delegation also invoked their colonial past, again without irony, making the case that British companies "had a long and close relationship with Iraq and Iraqi business from the imperial days in the early 20th century until international sanctions were imposed in the 1990s." Glossing over, of course, that this meant Britain had supported Saddam Hussein through the 1970s and 1980s.

Those of us who belong to former colonies think of imperialism as rape. So you rape. Then you kill. Then you demand the right to rape the corpse. That’s usually known as necrophilia.

Extending this horrible analogy, Richard Perle said recently, "Iraqis are freer today and we are safer. Relax and enjoy it."

A few days into the war, the news anchor Tom Brokaw said: "One of the things we don’t want to do...is to destroy the infrastructure of Iraq because in a few days we’re going to own that country."
Now the ownership deeds are being signed. Iraq is no longer a country. It’s an asset.
It’s no longer ruled. It’s owned.
And it is owned for the most part by Bechtel. Maybe Halliburton and a British company or two will get a few bones.

Our battle has to be against both the occupiers and the new owners of Iraq.


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