Israel, Amerika und der Krieg, 21.11.2002 (Friedensratschlag)
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Wer Sturm sät ... / Sowing the Whirlwind

Israel, Amerika und der Krieg / Israel, America and the Coming War

Der in Jerusalem erscheinenden Zeitschrift "Challenge" entnahmen wir den folgenden Artikel, den wir in einer deutschen Übersetzung und im englischen Original dokumentieren.


Von Roni Ben Efrat

George W. Bush erhält aus Israel volle Rückendeckung für den bevorstehenden Krieg gegen den Irak. Tauben in der palästinensischen Frage werden dabei zu Falken. 40 Prozent der israelischen Bevölkerung befürworten einen nuklearen Gegenschlag, falls der Irak chemische oder biologische Waffen gegen sie einsetzt, selbst wenn diese die Existenz des Staates nicht wirklich bedrohen. Folgsam stellen sich die Israelis auf, um ihre Gasmasken abzuholen. Die Notwendigkeit des Krieges scheint so offensichtlich, daß keinerlei Diskussion darüber stattfindet, weder in der Knesset noch im Kabinett. Im Falle eines Krieges könnte Israel das Land sein, das Iraks Zorn zu spüren bekommt. Trotzdem unterstützen die Israelis Bushs Krieg sogar noch mehr als die Amerikaner. Dies ist um so auffälliger, als dieses Thema in der übrigen Welt, einschließlich der USA, heiße Debatten hervorruft.

Die Hälfte der US-Bürger unterstützt den Krieg, aber das sind 17 Prozent weniger als im Juni. Am 26. Oktober sind 150000 Amerikaner gegen den Krieg auf die Straße gegangen. In London haben am 28. September 350000 protestiert. Laut Guardian unterstützt nur ein Drittel der Briten den Krieg. In Italien haben eine Million Menschen gegen die Pro-Kriegshaltung und die Wirtschaftspolitik der Regierung Berlusconi demonstriert.

Und Israels Opposition? Von ihr hört man keinen Ton. Yossi Sarid, ihr parlamentarischer Anführer, hat bei der Eröffnung der Sitzungsperiode in der Knesset eine Rede gehalten. In dieser hat er weder den Irak noch die Palästinenser erwähnt, sondern sich auf die Armut in Israel beschränkt. Israels soziale Katastrophe ist weitgehend das Ergebnis seiner immer schlimmeren politischen Verstrickung in den Konflikt sowohl mit den Palästinensern als auch mit der arabischen Welt insgesamt. Der Krieg gegen den Irak wird das Land noch tiefer in diesen Konflikt hineintreiben.

Eine messianische Junta

Israel ist traditionell proamerikanisch. Trotzdem müssen sich die Israelis fragen, ob die Bush-Regierung die gleiche Treue verdient wie ihre Vorgänger. Die Antwort ist ein lautes Nein. Die Welt steht heute einem neu-alten Phänomen gegenüber, das weit über den amerikanisch-irakischen Konflikt hinausreicht. Nach zweifelhaften Wahlen ist das Weiße Haus von einer rechtsgerichteten Junta übernommen worden.

Das säkulare Gegenstück dieses messianischen Konzepts findet man in der Geschichtsinterpretation des Umfelds von Bush: bei Vizepräsident Dick Cheney, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und ihren Untergebenen Paul Wolfowitz und Richard Perle. Während der Reagan-Ära, so sehen es diese Leute, hat eine republikanische Regierung das "Reich des Bösen" besiegt, so daß Amerika als einzige Supermacht zurückgeblieben ist. Bush senior nutzte die neue Lage und führte eine weltweite Offensive gegen den Irak an. Dann erfolgte ein Rückschlag: Aufgrund wirtschaftlicher Nebensächlichkeiten wählten die Amerikaner William Clinton. Statt die Nation ihrer wahren Bestimmung als Beherrscherin der Welt entgegenzuführen, strebte Clinton nach "Friedensdividenden". Am Ende jedoch kehrte das Reagan-Bush-Team zurück. Es wird die Vereinigten Staaten zur Vorherrschaft über die Welt führen.

Diese Auffassung wird durch ein überlanges Dokument mit dem Titel "Rebuilding America's Defenses" untermauert. Publiziert wurde es vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen im September 2000 von einer konservativen Gruppierung, die sich "The Project for the New American Century" nennt. Allgemein gesprochen, sagen seine Verfasser, setze das Projekt auf die Verteidigungsstrategie, die das Verteidigungsministerium unter Cheney in den längst vergangenen Tagen der Bush-senior-Regierung entworfen hat. Die Verteidigungsrichtlinien Defense Policy Guidance (DPG), konzipiert in den ersten Monaten des Jahres 1992, lieferten einen Plan für den Erhalt der Vorrangstellung der Vereinigten Staaten.

"Rebuilding America's Defenses" wurde zur Grundlage der Außenpolitik George W. Bushs. Ihre Hauptstoßrichtung ist eine Ausweitung der militärischen Macht der Vereinigten Staaten, so daß diese unangefochten die einzige Supermacht der Welt bleiben würden. Zu diesem Zweck, wird dort behauptet, müsse Amerika seine Verteidigungsausgaben erhöhen, seine Nuklearmacht ausbauen und die Atomversuche wieder aufnehmen. Der Einfluß des Dokuments wurde schon im ersten Jahr der neuen Bush-Regierung deutlich, als sie die internationalen Waffenkontrollabkommen blockierte.

"Rebuilding America's Defenses" wurde vor den Angriffen des 11. September 2001 verfaßt. Wie ein weiteres Papier zeigt, haben diese Angriffe Amerikas Drang nach globaler Kontrolle weiteren Nachdruck verliehen: Am 20. September 2002 hat die Bush-Regierung "The National Security Strategy of the United States" veröffentlicht. Dieses neue Dokument zur nationalen Sicherheit beinhaltet, was inzwischen als "Bush-Doktrin" bekannt geworden ist: "Die schlimmste Gefahr, der sich unsere Nation gegenübersieht, liegt an der Schnittstelle zwischen Radikalismus und Technologie." Amerika müsse seine Entschlossenheit zu handeln beweisen. "Unser direktes Ziel werden jene terroristischen Organisationen mit globaler Reichweite sein und jeder Terrorist oder Unterstützerstaat des Terrorismus, der versucht, Massenvernichtungswaffen zu erlangen oder einzusetzen ... Obgleich die Vereinigten Staaten ununterbrochen um die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft ringen werden, werden wir nicht zögern, allein zu handeln, um, wenn es notwendig ist, unser Recht auf Selbstverteidigung durch einen Präventivschlag auszuüben ..." Und dann: "Seit Jahrhunderten hat das internationale Recht anerkannt, daß Nationen nicht warten müssen, bis sie angegriffen werden, ehe sie sich rechtmäßig gegen Mächte, von denen eine unmittelbare Angriffsgefahr ausgeht, verteidigen dürfen." Die Konsequenz ist klar: Die Amerikaner wollen sich nicht sicher fühlen, solange ihr Onkel Sam nicht zum Big Brother der ganzen Welt wird.

Im New York Review of Books vom 26. September 2002 weist Frances Fitzgerald darauf hin, daß Bush senior im Gegensatz zu seinem Sohn wußte, wo es in der Außenpolitik langging. Unter den Spitzenberatern des Seniors repräsentierte nur Verteidigungsminister Cheney die Falken. Im neuen Weißen Haus ist Bush junior völlig von seinen Beratern abhängig. Vizepräsident Cheney ist jetzt mit seinem alten Freund und Mentor, dem Rechten Donald Rumsfeld, vereint, der seinerseits Paul Wolfowitz, den Koautor der Verteidigungsrichtlinien, als seinen Vertreter gewählt hat. Dessen frühere Stellung im Pentagon hat Rumsfeld wiederum Douglas Feith, einem Günstling von Richard Perles, einem führenden Falken der Reagan-Regierung, gegeben. Perle ist heute Berater des Pentagon. Damit stellt die Minderheit der Kriegshetzer aus der Bush-Zeit des Älteren heute die Hauptberater seines ignoranten Sohnes.

Es gibt eine Verbindung nach Israel. Fitzgerald zufolge haben Perle und Feith 1996 ein Dokument verfaßt, in dem sie Israels neuem Premierminister Benjamin Netanjahu rieten, einen klaren Bruch mit dem Oslo-Friedensprozeß zu vollziehen und wieder die direkte israelische Kontrolle über Westbank und Gaza zu übernehmen. Als sich Netanjahu weigerte, diesen Rat anzunehmen, veröffentlichte ihn Feith in einem eigenen Text. "Der Blutzoll wäre hoch", schrieb er, aber es wäre eine notwendige Form der "Entgiftung - der einzige Weg aus dem Netz von Oslo".

Dieser Ratschlag von Perle und Feith sollte die Oslo-Verteidiger der israelischen Linken interessieren, die den Krieg gegen den Irak in der unsinnigen Hoffnung unterstützen, daß Bush nach seinem Sieg, wenn er dem Nahen Osten eine neue Ordnung auferlegt, Israel zwingen wird, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen. Doch Tatsache ist: Dieselben Ratgeber, die heute den Weg nach Bagdad bereiten, treten leidenschaftlich für eine permanente israelische Eroberung von Westbank und Gaza ein.

"Rebuilding America's Defense" holt weit aus, um das Rätsel zu lösen, warum Bush junior so erpicht auf einen Krieg gegen den Irak ist: "In der Tat haben die Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten versucht, eine feste Rolle für die regionale Sicherheit in der Golfregion zu spielen. Der ungelöste Konflikt mit dem Irak liefert die unmittelbare Rechtfertigung, doch die Notwendigkeit einer ständigen Anwesenheit amerikanischer Kräfte am Golf reicht über die Frage der Herrschaft Saddam Husseins hinaus." Also sind die amerikanischen Militärbasen nicht am Golf, um die Nachbarn Saddam Husseins zu schützen. "Aus amerikanischer Perspektive behielten solche Basen ihren Wert, auch wenn Saddam von der Bühne abtritt. Auf lange Sicht kann der Iran sich als ebenso große Bedrohung US-amerikanischer Interessen erweisen wie der Irak. Und selbst wenn sich die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran verbessern sollten, wäre der Erhalt vorgeschobener Kräfte in der Region immer noch ein wesentlicher Bestandteil der amerikanischen Sicherheitsstrategie." Wir sollten daher nicht erwarten, daß zwischen den Ergebnissen der Waffeninspektoren und Bushs Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, ein enger Zusammenhang besteht.

Die Offenheit des Dokuments ist außergewöhnlich und furchterregend: In ihrem Streben nach Herrschaft sind die USA bereit, alleine vorzugehen und uns alle ins Chaos zu stürzen. Nicht weniger alarmierend sind die Reaktionen in Israel, wo die Mehrheit der Bevölkerung die messianischen Phrasen über den Krieg zwischen Gut und Böse freudig aufnimmt.

Warten auf den Tag danach?

Der blinden israelischen Beweihräucherung Amerikas liegt eine bestimmte Weltsicht zugrunde. Der Golfkrieg von 1991 spülte die Reste der ersten Intifada zusammen mit der palästinensischen Nationalbewegung weg. Viele palästinensische Guerillakämpfer verwandelten sich in Technokraten. Diejenigen, die die Uniform anbehielten, trugen sie in der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), unter Aufsicht der CIA. Doch in den Jahren von Oslo, zwischen 1993 und 2000, verschlechterten sich die Bedingungen in den besetzten Gebieten, und die Bitterkeit der palästinensischen Öffentlichkeit gegenüber Israel und der PA wuchs. Die Explosion kam schließlich in Form der zweiten Intifada.

Heute glaubt sowohl die Linke wie die Rechte Israels, daß eine weitere Niederlage Saddam Husseins die gleiche Wirkung haben wird wie die erste und daß sie die neue Intifada eindämmt. Diese Theorie hat zwei Varianten: Die einfachere verbindet den Feldzug zum Sturz Saddam Husseins mit dem israelischen Projekt, Yassir Arafat zu stürzen. Die zweite, ernsthaftere Einschätzung stammt von Mitgliedern des israelischen Militärgeheimdienstes. Sie glauben, daß Israel mit dem palästinensischen Terrorismus alleine zurechtkommt, aber daß, um eine politische Lösung zu erreichen, eine grundsätzliche Änderung der Strategie im Nahen Osten notwendig ist. Diese Veränderung müsse von außen kommen. Nur Amerika könne die Region in Übereinstimmung mit den geopolitischen Interessen Israels unterwerfen. Diese Position ist in der Presse häufig zu lesen. "Seit wir gebeten wurden, uns aus der irakischen Frage herauszuhalten, muß es die wirkliche Aufgabe der Regierung sein, sich auf die positiven Möglichkeiten zu konzentrieren, die am ›Tag danach‹ eingebracht werden können." (Yael Gvirtz in Yediot Aharonot, 7.10.2002) Auf die gleiche Position spielt Aluf Benn in der Ha'aretz vom 10. Oktober 2002 an: "Man kann die israelische Botschaft auch folgendermaßen verstehen: Die Krise im Irak bietet eine gute Gelegenheit, den Palästinensern den Gnadenstoß zu versetzen, der die Intifada beenden und Israels Ausgangsposition in den Verhandlungen, die nach der Beseitigung Saddams beginnen werden, verbessern wird."

Die Hoffnung, daß die Installation eines Marionettenregimes im Irak den Weg für ein Marionettenregime in den besetzten Gebieten bereiten wird, hat keine Grundlage. Versuche, Regimes zu verändern oder zu destabilisieren, sind schon lange Teil US-amerikanischer Politik. Weit davon entfernt, zum Erfolg zu führen, haben sie genau das Chaos heraufbeschworen, in Südostasien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Afghanistan, über das sich die Bush-Regierung jetzt beschwert. Ebenso ist Israel mit seinen Versuchen gescheitert, arabische Führer einzusetzen.

Das Libanon-Abenteuer

1982, während der Präsidentschaft Ronald Reagans, war Menachem Begin Premierminister Israels. Ariel Scharon, der damalige Verteidigungsminister, unternahm einen grandiosen Feldzug, um die politische Landkarte des Nahen Ostens zu verändern, zunächst im Libanon. Die Idee war, die PLO in diesem Land auszuschalten, damit der Führer der christlichen Milizen, Bashir Gemayel, die Kontrolle übernehmen und sich vom libanesischen Parlament zum Präsidenten wählen lassen könnte. Dann sollte Gemayel seine Schulden bei Israel durch einen Friedensschluß begleichen. Außerdem würde Israel, nachdem es Arafat im Libanon geschlagen hätte, frei sein, der demoralisierten Westbank und Gaza seinen Willen aufzuzwingen. Dem Historiker Howard Sachar zufolge beabsichtigte Scharon auch, König Hussein abzusetzen, Jordanien in einen palästinensischen Staat zu verwandeln und die besetzten Gebiete zu annektieren.

Tatsächlich vertrieb Scharons Armee die PLO aus Beirut, und Bashir Gemayel wurde am 23. August 1982 zum Präsidenten gewählt. Wenige Wochen später wurde er ermordet. Chaos brach aus. Scharon instruierte seinen Generalstabschef, die "Ordnung wiederherzustellen" und ließ die christlichen Falangisten in die palästinensischen Flüchtlingslager. Das Ergebnis war das Massaker von Sabra und Schatila. Zu diesem Zeitpunkt kehrten die US-Amerikaner in den Libanon zurück, ebenfalls mit dem Ziel, "die Ordnung wiederherzustellen" - doch ein Selbstmordanschlag tötete im Oktober 1983 241 Marines. Die Amerikaner zogen sich zurück, und die israelische Armee eilte Richtung Süden.

Was von Scharons umwälzendem Plan blieb, war eine schmale "Sicherheitszone" an der israelischen Nordgrenze. Diese Zone wiederum hat, bis Premierminister Ehud Barak sie vor zwei Jahren aufgab, Hunderte Israelis und Tausende Libanesen das Leben gekostet. Der Libanon ist nicht zu der "christlichen Demokratie" geworden, von der Begin, Scharon und zu einem bestimmten Zeitpunkt auch Ronald Reagan geträumt hatten. Zwar brachte Israels Invasion die Vertreibung der PLO, aber auch die Spaltung der eigenen Gesellschaft, seinen anhaltend schlechten Ruf in der ganzen Welt, den Aufstieg der Hisbollah und die Geburt einer neuen Guerillataktik: die Selbstmordanschläge.

Mit der Vertreibung der PLO aus dem Libanon verschob sich das Zentrum palästinensischen Widerstands in die besetzten Gebiete. Das Ergebnis war die erste Intifada 1987. Israel reagierte nun mit einer ausgeklügelteren Form der Besatzung. In den 70ern und 80ern hatte es erfolglos versucht, Kollaborateure in palästinensische Führungspositionen zu bringen. Die neue Idee war, die PLO selbst in einen Subunternehmer israelischer Kontrolle zu transformieren. Das Zusammenspiel zwischen der Politik Israels und der seiner Kreatur, der korrupten Palästinensischen Autonomiebehörde, führte zum Chaos der zweiten Intifada. Die Arbeitspartei, die alles auf die Karte Oslo gesetzt hatte, fand sich im Oktober 2000 ohne Partner und ohne Programm wieder. Nachdem sie alles verloren hatte, was sie auszeichnete, trat sie nun an die Seite des Likud, offensichtlich ein Versuch, das Feuer zu löschen. 20 Monate später ist die Partnerschaft zerbrochen. Die Intifada hat auch Israels Wirtschaft zusammenbrechen lassen und das Land wieder von der Wohltätigkeit Amerikas abhängig gemacht.

Tief in der ökonomischen Krise

Doch dieses Mal steckt Amerika selbst in einer ökonomischen Krise. In The Nation vom 13. September 2002 schreibt William Greider: "Die Auslandsverschuldung der US-Wirtschaft - die Summe der immer größer werdenden Handelsdefizite aus zwei Jahrzehnten - wird in diesem Jahr fast 25 Prozent des Bruttosozialprodukts der Vereinigten Staaten, zirka 2,5 Billionen Dollar, erreichen. Vor fünfzehn Jahren lag sie bei Null. ... Das Schreckgespenst wachsender amerikanischer Schwäche scheint dem, was die Leute in einer Zeit scheinbarer fortgesetzter Prosperität sehen und erleben, zu widersprechen. ... Aber der Treibsand ist echt. Wir stecken schon bis zu den Knien drin."

Die USA des zweiten Golfkriegs unterscheiden sich von denen des ersten. Vor zehn Jahren war die Wallstreet voller Hoffnung, daß sich die Märkte der Welt den amerikanischen Gesellschaften öffnen würden; sie würden den Nutzen aus dem sowjetischen Zusammenbruch ziehen. Doch statt dessen haben die einstürzenden Türme Amerika erbeben lassen. Soweit es den herbeigesehnten Krieg mit dem Irak angeht, trotzt ihm Europa, trotzt ihm die "Dritte Welt", jeder, der seine Sinne beisammen hat, trotzt Amerika. Nur Israel, Regierung und Menschen, stehen den USA fest zur Seite. Nach zwei Jahren voller Selbstmordanschläge sind die Israelis fest entschlossen, die Augen davor zu verschließen, daß Wut Chaos gebiert. Nun sind sie bereit, Linke wie Rechte, einen Kreuzzug zu unterstützen, dessen Ergebnis ein exponentieller Anstieg dieser Wut sein wird. Die den Wind säen, werden Sturm ernten. Aber die den Sturm säen - was ernten sie?

Der obige Artikel ist die gekürzte und überarbeitete Fassung des unten stehenden Originalbeitrags aus Challenge, No. 76, November/Dezember 2002, zu bestellen über P. O. Box 41199, Jaffa 61411, Israel, oder Internet: www.hanitzotz.com/challenge. Die deutsche Übersetzung erschien am 21. November in der Tageszeitung "junge Welt".

(Aus dem Englischen von Endy Hagen)


Sowing the Whirlwind: Israel, America and the Coming War

By Roni Ben Efrat

PRESIDENT George W. Bush gets wall-to-wall support in Israel for his impending war against Iraq. Left and right exalt him. The press beats the drum. Doves on the Palestinian issue become hawks on the question of Iraq. Among the wider Israeli public, 40% support a nuclear response if Iraq uses chemical or biological weapons against them, even if these pose no real threat to the existence of the state. Israelis line up obediently to get their gas masks. The benefits of war seem so obvious that not a single discussion has taken place in either the Knesset or the cabinet.

When war comes, the country most likely to feel the wrath of Iraq will be Israel. Yet Israelis support Bush's war even more than Americans do. This fact stands out all the more when we note that in the rest of the world, including America, the topic occasions heated debate. German chancellor Gerhard Schroeder won re-election because of his staunch stand against the war on Iraq. At the time of this writing, in the UN Security Council, France and Russia threaten to veto an American resolution that would authorize an immediate war if Iraq impedes the weapons inspectors.

Half of the American population supports the war, but that is a drop of 17% since June. On October 26, a coalition called ANSWER organized 150,000 Americans in a march against the war. In London on September 28, 350,000 protested. (According to the Guardian, only a third of the British support the war.) In Italy 1.5 million demonstrated against the pro-war stance (and the economic policies) of the Berlusconi government.



What about Israel's opposition? One hears not a peep. Yossi Sarid, its parliamentary leader, gave a speech on October 14 at the opening of the Knesset's winter session. He said nothing of either Iraq or the Palestinians. He confined his talk to the poverty in Israel. He spoke of a boy who received lunch at school. The teacher noticed a lump in his pocket, and it turned out to be a chicken drumstick, which the boy was saving for his mother. This is surely a legitimate story, but Sarid omitted the context: Israel's deepening social disaster is largely a result of its worsening political entanglement, both with the Palestinians and with the wider Arab world. The war against Iraq will entangle it further.

A messianic junta

Israel is traditionally pro-American. This is nothing new. Israelis must ask themselves, however, whether the Bush Administration deserves the same fidelity as its predecessors. The answer is a resounding No! The world stands today before a new-old phenomenon, whose ramifications extend far beyond the American-Iraqi conflict. After dubious elections, the White House has been taken over by a right-wing junta, buttressed by 70 million Christian fundamentalists who link their destiny to Zion.

This messianic concept finds its secular match in the interpretation of history held by the people surrounding Bush: Vice President Dick Cheney, Defense Secretary Donald Rumsfeld, National Security Advisor Condoleezza Rice, and their subordinates, Paul Wolfowitz and Richard Perle. In the Reagan era, as these people see it, a Republican administration defeated the "evil empire", leaving America as the only superpower. Bush Senior exploited the new situation, mounting a successful worldwide offensive against Iraq. Then came a falling off. Because of economic trifles, Americans elected Bill Clinton. Instead of leading the nation towards its manifest destiny as world ruler, Clinton sought "peace dividends". The country's defenses went to seed. At last, however, the Reagan-Bush team is back. It will lead the US to global hegemony.

This notion is inscribed in a lengthy document entitled Rebuilding America's Defenses. It was published in September 2000, prior to the American presidential election, by a conservative group that calls itself "The Project for the New American Century." "In broad terms," say its authors, "we saw the project as building upon the defense strategy outlined by the Cheney Defense Department in the waning days of the Bush Administration. The Defense Policy Guidance (DPG) drafted in the early months of 1992 provided a blueprint for maintaining U.S. preeminence, precluding the rise of a great power rival, and shaping the international security order in line with American principles and interests." (, p. ii.)

Rebuilding America's Defenses has been the basis for the foreign and defense policy of George W. Bush. Its main thrust is an expansion of American military might, such that the US will remain unchallenged as the world's sole superpower. To that end, it holds, America must increase defense spending, develop nuclear power and resume nuclear testing. It advocates cancellation of the Comprehensive Test Ban Treaty, which Clinton signed (ibid., pp. 7-8). Its influence was already apparent during the first year of the new Bush Administration, which blocked international arms control treaties.

Rebuilding America's Defenses was written before the attacks of September 11, 2001. These gave a new urgency to America's drive for global control, as reflected in a more recent document, "The National Security Strategy of the United States", published by the Bush Administration on September 20, 2002 ( ).

The new National Security document contains what has come to be known as the Bush Doctrine: "The gravest danger our Nation faces lies at the crossroads of radicalism and technology." America must prove its determination to act. "Our immediate focus will be those terrorist organizations of global reach and any terrorist or state sponsor of terrorism which attempts to gain or use weapons of mass destruction. …While the United States will constantly strive to enlist the support of the international community, we will not hesitate to act alone, if necessary, to exercise our right of self-defense by acting preemptively..." And later: "For centuries, international law recognized that nations need not suffer an attack before they can lawfully take action to defend themselves against forces that present an imminent danger of attack. … We must adapt the concept of imminent threat to the capabilities and objectives of today's adversaries." The consequence is clear: Americans will not be safe until their Uncle Sam becomes the world's Big Brother.

In the New York Review of Books (September 26), Frances Fitzgerald points out that the senior Bush, unlike his son, knew his way around in foreign affairs. Among George Senior's top advisors, Defense Secretary Cheney was a hawkish minority of one. In the new White House, the junior Bush depends completely on his advisors. Here VP Cheney is joined by his old friend and mentor, right-winger Donald Rumsfeld, who took Paul Wolfowitz, co-author of the DPG, as his deputy. To the latter's former Pentagon position, Rumsfeld appointed Douglas Feith, a favorite of Richard Perle, who was a leading hawk in the Reagan Administration. (Perle today advises the Pentagon.) Thus the war-mongering minority from the time of the elder Bush is today the main advisory group around his ignorant son.

There is an Israeli connection. In 1996, according to Fitzgerald, Perle and Feith wrote a document advising Benjamin Netanyahu, Israel's new prime minister, to make a clean break with the Oslo peace process and renew direct Israeli control over the West Bank and Gaza. When Netanyahu declined to accept this counsel, Feith published it in a piece of his own. "The price in blood would be high," he wrote, but it would be a necessary form of "detoxification - the only way out of Oslo's web." (Quoted by Fitzgerald, op. cit.)

This advice from Perle and Feith should interest Oslo-supporters on Israel's left, who back the war against Iraq in the fond belief that after his victory, while imposing new order in the Middle East, Bush will compel Israel to withdraw from the Occupied Territories. The fact is, however: the same advisors who today lead the way to Baghdad fervently advocate a permanent Israeli conquest of the West Bank and Gaza.

Rebuilding America's Defenses goes a long way toward solving the mystery as to why Bush Junior is so keen on fighting Iraq: "Indeed, the United States has for decades sought to play a more permanent role in Gulf regional security. While the unresolved conflict with Iraq provides the immediate justification, the need for a substantial American force presence [sic] in the Gulf transcends the issue of the regime of Saddam Hussein." (Op. cit., p. 14.)

The American bases are not in the Gulf, then, in order to protect the neighbors of Saddam Hussein. "From an American perspective, the value of such bases would endure even should Saddam pass from the scene. Over the long term, Iran may well prove as large a threat to U.S. interests in the Gulf as Iraq has. And even should U.S.-Iranian relations improve, retaining forward-based forces in the region would still be an essential element in U.S. security strategy given the longstanding American interests in the region" (Rebuilding…, p. 17). We should not, then, expect to see a strong connection between the findings of the arms inspectors and Bush's decision to deploy for war.

The candor of this document is unusual, but what it reveals is frightening: In its quest to dominate, America is ready to go it alone, dragging us all toward chaos. Not less alarming is the reaction in Israel, where the vast majority ingests with relish all the messianic cant about a war between Good and Evil.

The cheerleaders

The role of Israel's press in war mongering accounts for the fact that no alternative discussion is taking place. Even liberal Ha'aretz, which prides itself on its reputation as the newspaper of the "thinking person," entitled its main editorial on September 11, 2002: "Confronting the Axis of Evil". Without qualification, this piece connects the disaster that befell America with the coming war against Iraq. "And so, a year later, the US is preparing to attack Iraq within the context of the same war-to-the-finish (milhemet hurmah, a biblical expression, applied here to the war against terrorism - RBE). For the challenge, and the war, are not limited to the enclaves of the terrorist organizations, ramified and dangerous though they be. The ambitious goal that President Bush has set for himself, and rightly so, is to smash the same force of evil that toppled the Twin Towers in New York and, in its various permutations, has foisted war upon the life of the whole free world." After mentioning Pearl Harbor, the editorial goes on: "America understood [in 1941] that the war was not just with Japan, but with the entire "axis of evil" of that time. The lucidity of that moment, the determination, the sacrifice and the leadership displayed by America in those years - are what saved our civilization."

While Ha'aretz rewrote history, Yediot Aharonot was not to be left behind. In three of its main editorials (which the Yediot editors sign), Sever Plotzker lashed out against opponents of the war throughout the world. Here is an example: "By this time it must be clear to all: The fascistic, homicidal, terrorist Islam, nourished by fanatic religious inspiration - but also by the support of dictatorial regimes like Saddam Hussein's, constitutes a direct threat to the peace, prosperity and progress of the entire civilized world… Demonstrators opposing the war against Saddam Hussein must finally understand that they, in effect, are demonstrating for the terrorist attack in Bali, for the attack in Tel Aviv, for the attack in Helsinki and for the attack that will strike in their own backyards." (Yediot Aharonot October 14.) This crusader, be it noted, is a former editor of al-Hamishmar, a socialist daily that closed as a result of privatization.

The days leading up to the war with Iraq will go down in history (if anyone is still here to write it) as among the shallower moments of Israel's press.

Israel waits for the Day After

Behind the blind Israeli adulation for America lies a worldview. The Gulf War of 1991 snuffed out what was left of the first Intifada, together with the Palestinian national movement as expressed in the historical PLO. Many Palestinian guerrillas became technocrats. Those who continued in uniform did so in the PA (Palestinian Authority), under the supervision of the CIA. In the Oslo years, however (1993 - 2000), as conditions in the Territories worsened, bitterness grew in the Palestinian street against both Israel and the PA. The explosion finally occurred in the form of a second Intifada, which quickly spun out of control. Today, both the left and the right in Israel believe that a new defeat for Saddam Hussein will have an effect like that of the first, subduing the new Intifada.

There are two further wrinkles in this theory. The simpler sees the military campaign to topple Saddam Hussein in tandem with Israel's project of toppling Yasser Arafat. The second, more serious assessment comes from figures in Israel's military intelligence. They believe that Israel can cope by itself with Palestinian terrorism, but that in order to reach a political solution, there is need for a major strategic change in the Middle East. Such change must come from outside. Only America can bend the region in accordance with Israel's geopolitical needs. This position is often voiced in the press. For example: "Since we have been asked [by Bush - RBE] to keep clear of the Iraqi issue, the government's real task must be to concentrate on the advantage to be reaped 'the day after'." (Yael Gvirtz, Editorial, Yediot Aharonot October 7.) Aluf Benn alludes to the same position in Ha'aretz (October 10): "One can also read the Israeli message thus: the crisis in Iraq provides a good opportunity to give the Palestinians the coup de grâce, which will end the Intifada and improve Israel's opening position in the negotiations that will get underway after the removal of Saddam."

Since Israel wants to eat the grapes, it won't argue with the watchman. In his recent visit to the US, Sharon promised to behave in such a way as to help Bush market himself in the Arab world, while Bush helped Sharon to market himself in international business and banking circles, at a time when Israel's credit rating is under scrutiny. (See article on p. 8 of this issue.)

Dangerous Expectations

The hope that the installation of a puppet regime in Iraq will pave the way for a corresponding puppet regime in the Occupied Territories is without foundation. Attempts to change or destabilize regimes have long been part of American policy. Far from succeeding, they have led to the very chaos (in Southeast Asia, in Latin America, in the Middle East) of which the Bush Administration now complains. Israel has met with similar failure in its own attempts to appoint Arab leaders. Here are two examples:

1) The Lebanon Adventure.
In 1982, during the presidency of Ronald Reagan, Menahem Begin was Israel's PM. Ariel Sharon, then Defense Minister, undertook a grandiose campaign to change the political map of the Middle East, beginning with Lebanon. The idea was to eliminate the PLO as a force in that country, so that Christian militia leader Bashir Gemayal could take control and get the Lebanese Parliament to elect him president. Gemayal was then supposed to repay his debt to Israel by making peace. Moreover, having defeated Arafat in Lebanon, Israel would be free to exert its will in the demoralized West Bank and Gaza. According to historian Howard Sachar, Sharon also intended to unseat King Hussein, turn Jordan into the Palestinian state, and annex the Occupied Territories. (Howard M. Sachar, A History of Israel, Volume II, New York: Oxford University Press, 1987, p. 172.)

In fact, Sharon's army did oust the PLO from Beirut, and Bashir Gemayal was elected president on August 23. A few weeks later he was assassinated. Chaos erupted. Sharon instructed his chief-of-staff 'to restore order' and allow the Christian Phalangists into the Palestinian refugee camps. The result was the massacres in Sabra and Shatila. At this point, the Americans returned to Lebanon, also with the aim of 'restoring order' - but a suicide attack killed 241 marines in October 1983. The Americans pulled out, and Israel's army scurried south. What remained of Sharon's sweeping plan was a narrow "security zone" beyond Israel's northern border. This zone, in turn, cost hundreds of Israeli and thousands of Lebanese lives, until PM Ehud Barak vacated it two years ago. Lebanon did not become the "Christian democracy" of which Begin, Sharon, and (at one point) Ronald Reagan had dreamed. Israel's invasion resulted, indeed, in the ousting of the PLO, but also in death and destruction; in the fragmenting of its own society; in its lasting discredit throughout the world; in the rise of the Hezbollah, and in the birth of a new guerrilla tactic: suicide bombing.

2) The Oslo Adventure.
After the expulsion of the PLO from Lebanon, the main center of Palestinian resistance shifted to the Occupied Territories. The result was the first Intifada (1987). Israel responded with a more sophisticated kind of Occupation. In the 70's and 80's, it had tried without success to install collaborators as leaders (the so-called Village Leagues). The new idea was to transform the PLO itself into a subcontractor of Israeli control.

The combination of Israel's policies and those of its creature, the corrupt Palestinian Authority, led to the chaos of Intifada II. The Labor Party, which had placed all its chips on Oslo, has found itself since October 2000 sans partner, sans agenda. Having lost all that distinguished it, Labor joined the Likud, ostensibly in an attempt to put out the fire. (After 20 months, the partnership has broken.) The Intifada also sent Israel's economy into a nosedive, making it once again an American charity case.

This time around, though, America itself is immersed in an economic crisis. William Greider writes in The Nation (September 13, 2002):
"The US economy's net foreign indebtedness--the accumulation of two decades of running larger and larger trade deficits--will reach nearly 25 percent of US GDP this year, or roughly $2.5 trillion. Fifteen years ago, it was zero. …The specter of America's deepening weakness seems counter-intuitive to what people see and experience in a time of apparent continuing prosperity… But the quicksand is real. We are already in up to our knees.".

The US of Gulf War II will be different from that of Gulf War I. Ten years ago, hope abounded in Wall Street that the markets of the world would open before American corporations; the dividends of the Soviet collapse would be theirs for the reaping. Instead, the crumbling Twin Towers have shaken America. Where the war with Iraq is concerned, Europe defies her, the Third World defies her, anyone in his right mind defies her. Washington, in turn, feels betrayed. Despite the fall of communism, peace and prosperity have failed to arrive. Only little Israel stands firmly by her side, government and people alike. After two years of suicide bombings, Israelis are resolute in their determination not to see the fact that rage breeds chaos. Now they are ready, right and left, to support a crusade whose result will be an exponential increase in that rage. Those who sow the wind will reap the whirlwind. But those who sow the whirlwind - what will they reap?

The combination of military power and economic crisis is dangerous. It tempts the mighty to solve economic problems by military means. This is the mixture that not long ago engendered Fascism. It brought a holocaust upon humanity. We are again at such an intersection. The question is not, Can the world live with Saddam Hussein? The question is rather, Can the world live with George W. Bush?

The disappearance of the socialist camp is felt today more than ever. Those who stopped Hitler were not chiefly (with due respect to Ha'aretz) the Americans, but the Soviets at Stalingrad. The Soviets prevented America from invading Cuba. They mitigated poverty throughout the world. With the Soviet collapse, the world's working class and the forces of peace have undergone a major setback. They have paid a grievous price because the socialist endeavor went awry. The Soviet Union failed because its leaders excluded the people from decision-making. They failed to build socialism in the only way it can be built: democratically. They failed, in short, to keep up the spirit of the revolution. We should view this experiment, however, not as the last of its kind, but as the first.

A mass movement has arisen, in recent years, against globalization. Much hope has been placed in it, but in the face of impending war, it does not rise to the occasion. A key reason for this failure is the movement's abhorrence of political parties. Eschewing permanent organizations, it cannot establish itself as an alternative to the existing global order. It cannot seize power and initiate policy change. In the present circumstances, when the other side is organized in corporations, parties and regimes, protests that merely react to events are a luxury we can ill afford.

We cannot count on Jacques Chirac and Gerhard Schroeder, who took part just a few years ago in the attack on Yugoslavia. Nor can we count on Vladimir Putin, who has his own ambitions.

The immediate need is indeed reactive: to put a stop to White House megalomania. In the long run, though, we must deny the capitalists the means of dragging us into war. We must organize our protest around a socialist agenda.

From Challenge # 76 November-December 2002


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