Aufruf aus den USA zum 20. März, 10.01.2004 (Friedensratschlag)
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Holt die Truppen nach Hause: Sofort!
Bring the troops home now!

Weltweiter Aktionstag am ersten Jahrestag des Beginns des Irakkriegs
GLOBAL DAY OF ACTION on the FIRST ANNIVERSARY of the U.S. BOMBING and INVASION IRAQ

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf von A.N.S.W.E.R. (Act Now to Stop War & End Racism), einer im Vorfeld des Irakkriegs gegründeten Protestbewegung, zum 20. März 2004. Zunächst in einer deutschen Übersetzung und weiter unten im amerikanischen Original.

  • HOLT DIE TRUPPEN NACH HAUSE: SOFORT!
  • SCHLUSS MIT DER KOLONIALEN BESATZUNG IN IRAK, PALÄSTINA UND ÜBERALL!
  • GELD FÜR JOBS; BILDUNG, GESUNDHEIT UND WOHNEN - NICHT FÜR KRIEG!
Am 20. März 2004, dem ersten Jahrestag der Invasion der USA und Großbritanniens im Irak, werden sich Menschen in Städten weltweit der Forderung anschließen: "Macht Schluss mit der Besatzung - Bringt die Truppen nach Hause: JETZT!" In den USA sind größere Demonstrationen in New York, Los Angeles, San Franciso und vielen anderen Städten geplant.

Wir werden am 20. März demonstrieren, um das unbedingte Recht des irakischen Volkes auf Selbstbestimmung zu unterstützen. Seit Beginn der Invasion wurden Zehntausende von Irakern getötet. Tausende von US-amerikanischen und britischen Soldaten wurden getötet oder verwundet. Das irakische Volk widersetzt sich der Besatzung - die Menschen im Irak wollen den Abzug der ihr Land besetzenden Soldaten nicht morgen sondern heute. In wachsender Zahl fordern US-Soldaten und ihre Familien, dass die Truppen JETZT nach Hause geholt werden. Diese Soldaten werden einen Krieg eingesetzt, der auf Lügen und Betrug der Bush-Regierung beruht, um zu töten und getötet zu werden. Es gibt nur eine Lösung: Sofort Schluss mit der Besatzung! Wir glauben mit den Worten des National Council of Arab Americans dass, "die Internationalisierung der Besatzung dem Kolonialismus einen propagandistischen Deckmantel verleiht und von der weltweiten Volksbewegung nicht als eine lebensfähige Option hingenommen werden sollte."

Wir werden am 20. März auch in Solidarität mit dem palästinensischen Volk und ihrem Selbstbestimmungsrecht demonstrieren, einschließlich des Rechts in ihr Heimatland zu rückzukehren. Die Demonstration am 20. März findet nur zehn Tage vor dem Jahrestag des historischen Marsches am 30. März 1976 statt, dem Tag des Landes in Palästina. Am 20. März Freiheit, Rückkehrrecht und Selbstbestimmung für das palästinensische Volk zu fordern, ist eine wesentliche und notwendige politische Forderung, ohne die das Ende der kolonialen Besetzung nicht voll durchgesetzt werden kann. Die US-Invasion und Besetzung des Irak ist voll und ganz Teil eines weitergehenden kolonialen Projekts der US-Regierung, das die Menschen des Mittleren Ostens ins Visier nimmt. Während die Bush-Regierung pro Woche 2 Milliarden Dollar ausgibt, um den Irak zu besetzen, gibt sie täglich 15 Millionen Dollar aus, um den Krieg Israels gegen das palästinensische Volk zu unterstützen.

Wir werden am 20. März demonstrieren, um das "USA Patriot" - Gesetz über den Haufen zu werfen und mit der Repression gegen die Gemeindend der arabischen US-Amerikaner, Südasiaten, Muslime und Einwanderer Schluss zu machen. Wir werden das Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigen und uns dem Krieg, den Präsident Bush und Verteidigungsminister Ashcroft gegen die Grundrechte führen, widersetzen.

Wir werden am 20. März demonstrieren, um Geld für Arbeitsplätze, Wohnungen, Gesundheitsversorgung und Erziehung zu fordern, statt für Krieg und Besatzung.

Wir werden am 20. März demonstrieren um zu fordern, mit den "Dauerkriegs"- Plänen für die Weltherrschaft der Bush-Regierung Schluss zu machen. Wir treten ein für ein Ende der von den USA betriebenen Politik der Intervention, Besatzung und Drohungen gegen Korea, Kolumbien, Afghanistan, Kuba, Iran, Zimbabwe, Venezuela, Syrien, den Philippinen, Haiti und überall in der Welt.

Nur die Volksbewegung bietet Hoffnung, dass eine wirkungsvolle Abwehrfront gegen die Kriegstreiberei der Bush-Regierung aufgebaut werden kann. Während die Demokratische Partei gegen Bush Kandidaten für das Präsidentenamt aufstellt, stimmt sie mit Bush darin überein, die Truppen im Irak beizubehalten und unterstützt fortgesetzte Hilfe an Israel, insofern es gegen das palästinensische Volk Krieg führt. Am 20. April 2002 marschierten 100.000 Menschen in Washington in einer historischen Demonstration unter dem Transparent "Freiheit für Palästina" Sechs Monate später, am 26. Oktober 2002 demonstrierten Hunderttausende gegen den drohenden Angriffskrieg gegen den Irak. Am 18. Januar, 15./16. Februar, 15. März, 22. März, 12. April und kürzlich am 25. Oktober 2003 gingen mehrere zehn Millionen Menschen weltweit auf die Straße, um zu der Kriegstreiberei der Bush-Regierung nein zu sagen. Das ist ein gewaltiger Kampf, der von der Weltbevölkerung geführt wird, um Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und Frieden zu erringen. Globale Solidarität ist das Herzstück der neuen Massenbewegung, die entstanden ist, um den Kräfte des Militarismus und Kolonialismus Zehntausende entgegen zu treten. Der Ausgang dieses Kampfes wird für das Schicksal von Generationen bestimmend sein.

Alle heraus zum 20. März 2004

Erstunterzeichner:
A.N.S.W.E.R. Coalition - Arab Muslim American Federation - Free Palestine Alliance - Muslim American Society Freedom Foundation - Muslim Student Association

GLOBAL DAY OF ACTION on the FIRST ANNIVERSARY of the U.S. BOMBING and INVASION of IRAQ

  • Bring the troops home now!
  • End colonial occupation from Iraq to Palestine and everywhere!
  • Money for jobs, education, healthcare and housing - Not war!
On March 20, 2004, the first anniversary of the U.S./U.K. invasion of Iraq, people in cities around the world will join together to demand: "End the Occupation - Bring the Troops Home NOW!" In the U.S., major demonstrations are planned in New York, Los Angeles, San Francisco and many other cities.

We will demonstrate on March 20 to support the right of the Iraqi people to self-determination without condition. Since the invasion began, tens of thousands of Iraqi people have been killed. Thousands of U.S. and British soldiers have been killed or wounded. The Iraqi people are resisting the occupation - they want the foreign soldiers occupying their country to leave, not tomorrow but today. Growing numbers of U.S. soldiers and their families are calling for the troops to be brought home NOW. These soldiers are being sent to kill and be killed for a war that was based on lies and fraud perpetrated by the Bush government. There is only one solution: to end the occupation now! We believe, in the words of the National Council of Arab Americans, that "internationalizing the occupation gives colonialism a new marketable cover and should not be accepted as a viable option for the global popular movement."

We will also demonstrate on March 20 in solidarity with the Palestinian people and their right to self-determination, including the right to return to their homes and land. The March 20 demonstration comes only ten days before the anniversary of the historic March 30, 1976, Land Day in Palestine. Calling for liberty, right to return, and self-determination for the Palestinian people on March 20 is an essential political necessity, without which the end to colonial occupations cannot be fully realized. The U.S. invasion and occupation of Iraq is part and parcel of the administration's larger colonial project targeting the people of the Middle East. While the Bush administration spends $2 billion per week to occupy Iraq, it spends $15 million each day to support Israel's war against the Palestinian people.

We will demonstrate on March 20 to overturn the "USA Patriot" Act, and to end the repression directed at Arab American, South Asian, Muslim and immigrant communities. We will defend the right to free speech and oppose Bush's and Ashcroft's war on the Bill of Rights.

We will demonstrate on March 20 to call for money for jobs, housing, health care and education, not for war and occupation.

We will demonstrate on March 20 to demand an end to the Bush administration's "Endless War" plans for global domination. We stand for an end to U.S. intervention, occupation and threats against Korea, Colombia, Afghanistan, Cuba, Iran, Zimbabwe, Venezuela, Syria, the Philippines, Haiti and everywhere.

Only the people's movement offers hope that an effective challenge can be mounted to the Bush administration's war drive. While the Democratic Party offers candidates to contend with Bush for the presidency, it agrees with Bush about maintaining U.S. troops in Iraq and supports continued aid to Israel as it wages war against the Palestinian people. On April 20, 2002, 100,000 people marched in an historic demonstration in Washington DC under the banner "Free Palestine." Six months later, on October 26, 2002, hundreds of thousands demonstrated against the pending war of aggression against Iraq. On January 18, February 15-16, March 15, March 22, April 12 and most recently October 25, 2003, tens of millions of people went into the streets around the world to say no to the Bush administration's war drive. This is a monumental struggle waged by the people of the world who seek self-determination, justice and peace. Global solidarity is the centerpiece of the new mass movement that has emerged to counter the forces of militarism and colonialism. The outcome of this struggle will impact on generations to come.

All Out for March 20, 2004!

CALL ISSUED BY (list in formation):
- A.N.S.W.E.R. (Act Now to Stop War & End Racism) Coalition - Al-Awda, the Palestine Right to Return Coalition - Arab Muslim American Federation - Free Palestine Alliance - Muslim American Society Freedom Foundation - Muslim Student Association of the U.S. and Canada - National Lawyers Guild


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