Aufruf zur Friedenskundgebung nach Köln (Friedensratschlag)
Dieser Internet-Auftritt kann nach dem Tod des Webmasters, Peter Strutynski, bis auf Weiteres nicht aktualisiert werden. Er steht jedoch weiterhin als Archiv mit Beiträgen aus den Jahren 1996 – 2015 zur Verfügung.

Krieg ist Terror!

Für friedliche Konfliktlösung und globale Gerechtigkeit!

Auf nach Köln am 14. September 2002!

Organisationen der Friedensbewegung beteiligen sich am Aktionstag und der Großdemonstration der Gewerkschaftsjugendverbände und des attac-Netzwerks "Her mit dem schönen Leben – eine andere Welt ist möglich!" und laden ein zur Auftaktkundgebung von 11.00 bis 14.00 Uhr auf dem Kölner Kaiser-Wilhelm-Ring/Hohenzollernring.

Wir stehen auf für eine andere Politik – gerade auch in der Entwicklungs-, Außen- und Sicherheitspolitik. Wir stellen die Selbstverständlichkeit in Frage, mit der eine Große Koalition aus SPD, CDU/CSU, FDP und Grünen die Bundeswehr zur weltweiten Eingreifarmee ausbaut und sie – wie jüngst in Jugoslawien und Afghanistan – in Kriege schickt.

Wir widersprechen dem von den USA und ihren Verbündeten angekündigten weltweiten "Krieg gegen den Terrorismus" und lehnen die Beteiligung der Bundesrepublik daran ab. Längst sind die Terroranschläge vom 11. September 2001 zum Vorwand für die militärische Durchsetzung von Macht- und Wirtschaftsinteressen im Rahmen der "Globalisierung" geworden. In kaum verhohlener Konkurrenz zur einzig verbliebenen Supermacht suchen die europäischen Staaten - allen voran die deutsche Bundesregierung – „ihren“ Anteil am weltweiten Wirtschaftskuchen ebenfalls durch eigene militärische Interventionsfähigkeit zu sichern. Weltweit steigen wieder die Rüstungsausgaben. Die neue US-Militärstrategie sieht inzwischen "präventive" Angriffskriege mit Einsatz von Atomwaffen gegen unliebsame Staaten vor. Wir wollen keine weiteren Interventionskriege sondern Fortschritte in der globalen Sicherung des Friedens und des Aufbaus zivilgesellschaftlicher Strukturen. Die Ächtung des Krieges muss endlich Grundlage internationaler Beziehungen werden.

Auf die Herausforderungen der Terroranschläge vor einem Jahr haben die westlichen Regierungen mit Kriegseinsätzen und massivem Abbau von Freiheitsrechten im Innern die falsche Antwort gegeben. Seit dem 11. September fordern Organisationen der Friedensbewegung, GlobalisierungskritikerInnen und BürgerrechtlerInnen gemeinsam, die Ursachen des Terrorismus zu überwinden, statt mit dem "Krieg gegen den Terrorismus" die Gewaltspirale weiter zu drehen. Alle aktuellen Konfliktherde und regionalen Kriege zeigen, dass die Spirale von militärischer Gewalt und Terror keine Sicherheit und keinen Frieden bringt.

Globale Gerechtigkeit schaffen und Brücken bauen für eine neue Kooperation zwischen Nord und Süd, zwischen "westlichen" und "islamischen" Gesellschaften sowie zivile Konfliktbearbeitung sind die Alternativen zur Eskalation von Terror und Krieg. Für den Weg aus der Gewaltspirale ist eine andere deutsche Außen-, Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik gefordert und es bedarf geeigneter Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung wie z.B. eines effektiven Zivilen Friedensdienstes, nicht Kriegshandlungen der Bundeswehr. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Bundeswehr aus den Kriegsgebieten des sogenannten Antiterrorkrieges zurückzuziehen. Die NATO-Strategie, die auf weltweite Intervention zur Durchsetzung wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen abzielt, muss aufgegeben und die Rüstungsausgaben müssen drastisch gesenkt werden. Demokratische Bürgerrechte dürfen im Zeichen des "Antiterrorkampfes" nicht eingeschränkt werden.

Gegen den angekündigten Irak-Krieg und eine deutsche Beteiligung daran bereiten Friedensgruppen bereits massive Proteste einschließlich Aktionen Zivilen Ungehorsams an Militär- und US- Einrichtungen in der Bundesrepublik vor. Eine gesellschaftliche Debatte über Entwicklungs-, Außen- und Sicherheitspolitik, über die möglichen Alternativen zu Krieg und Gewalt, muss in der Bundesrepublik offenbar "von unten" gegen den Willen der etablierten Politik durchgesetzt werden. Dies ist auch unser Beitrag zum Kölner Aktionstag am 14. September.

Veranstalterkreis:

Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF);
Bund für Soziale Verteidigung (BSV);
Bundesausschuss Friedensratschlag;
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK);
Forum Ziviler Friedensdienst (FZFD);
Informationsstelle Wissenschaft und Frieden;
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs – Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) – deutsche Sektion;
Kölner Bündnis gegen Krieg und Rassismus;
Kölner Friedensforum;
Komitee für Grundrechte und Demokratie;
Künstler in Aktion;
Martin Niemöller Stiftung;
Naturwissenschaftlerinitiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit;
Netzwerk Friedenskooperative;
Ohne Rüstung Leben (ORL);
Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF);
Pax Christi - deutsche Sektion;
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA)


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Unterstützer-Organisationen, Friedensinitiativen usw. melden sich bitte bei

Netzwerk Friedenskooperative, Römerstr. 88, 53111 Bonn;
Tel.: 0228/692904, Fax: 0228/692906;
Mail: friekoop@bonn.comlink.org

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Organisation / Gruppe / Name:

Adresse

Tel./Fax./Mail

O Ich/Wir unterstütze(n) die Auftaktveranstaltung „Frieden“ beim Aktionstag „Her mit dem schönen Leben – eine andere Welt ist möglich!“ in Köln am 14. September 2002

O An den Kosten beteilige(n) ich/wir mich/uns mit EUR ___________ (Richtwert 50,- EUR o.n. Selbsteinschätzung mehr) Mit der Veröffentlichung meines/unseres Namens bin ich / sind wir einverstanden.

O Meinen/unseren Beitrag überweise(n) ich/wir am ................. an: Förderverein Frieden e.V., Konto-Nr. 33 0 35 bei Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00) mit Stichwort: 14.09.


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