FriedensJournal 2/2011 erschienen, 05.04.2011 (Friedensratschlag)
Dieser Internet-Auftritt kann nach dem Tod des Webmasters, Peter Strutynski, bis auf Weiteres nicht aktualisiert werden. Er steht jedoch weiterhin als Archiv mit Beiträgen aus den Jahren 1996 – 2015 zur Verfügung.

Neue Chancen im Nahen Osten?

FriedensJournal 2/2011 erschienen


Vor kurzem erschien das zweite Heft (März/April) des Jahrgangs 2011 des FriedensJournals, der Zweimonatszeitung des "Friedensratschlags" (Im Internet: www.frieden-und-zukunft.de [externer Link]. Was es darin zu lesen gibt und wie diese Zeitschrift zu abonnieren ist, entnehmen Sie bitte nachfolgenden Informationen.

Aus dem Inhalt:

  • Demokratie in der arabischen Welt (Werner Ruf)
  • Erdgasvorkommen vor den Küsten Israels und Libanons (Joachim Guilliard)
  • Gaza-Streifen – die humanitäre Katastrophe besteht weiter (Interview mit Tsafrir Cohen, medico international)
  • Israelkritik ist kein Antisemitismus (Moshe Zuckermann, Tel Aviv)
  • Wenn sich Obama um die US-Interessen kümmern würde ... (Alan Hart)
  • Wenn Neonazis in der Friedensbewegung wildern (Helge von Horn)
  • Aufruf zum baden-württembergischen Ostermarsch 2011
  • Kein Öl ins Feuer gießen! Flugverbotszone heißt Krieg (Bundesausschuss Friedensratschlag)
  • Außerdem: Dresden-Aufmarsch verhindert / "Israel gefährdet sich selbst" / Die israelische Schriftstellerin Hadara Lazar zur Demokratiebewegung in Ägypten / Europas Rüstungskonzerne hofierten Gaddafi bis zuletzt

"Immer wieder Israel-Palästina". Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

in dem Nahost-Konflikt geht es nicht einfach um eine Parteinahme für oder gegen Israel. Dazu ein Zitat aus dem Gastbeitrag in dieser Ausgabe, von dem israelischen Soziologen Moshe Zuckermann: Wer Israels Politik heutzutage kritisiert, darf sich also nicht nur als Parteigänger der unterdrückten Palästinenser begreifen, sondern sich nicht minder auch als besorgter Sachwalter wirklicher israelischer Interessen fühlen.

Nach wie vor ist eine Kritik an der israelischen Politik in Deutschland erheblich komplizierter als in anderen europäischen Ländern. Leider ist hierzulande „Antisemitismus“ mittlerweile zum Kampfbegriff gegen all diejenigen geworden, die sich mit der israelischen Politik kritisch auseinander setzen. Neben dem Beitrag unseres Gastautors zitieren wir deshalb noch andere kritische Stimmen aus Israel. (siehe Rubriken „Im Blickfeld“ auf Seite 10 und 12).

Am Anfang dieser Ausgabe steht eine Analyse der Demokratiebewegung in Nordafrika. Unser Redaktionsmitglied Werner Ruf ist seit seiner Dissertation über Tunesien diesem Land seit Jahrzehnten eng verbunden. Die Demokratiebewegung in der arabischen Welt zeigt die Verlogenheit der offiziellen westlichen Politik und den ihr hörigen Massenmedien. Plötzlich steht im Rampenlicht, dass man jahrzehntelang Diktatoren als Garanten für „Stabilität“ gehätschelt hat, während Israel gleichzeitig als einzige Demokratie im Nahen Osten hochgejubelt wurde. Ein Bild, das allerdings insofern nicht ganz stimmt, als dass zumindest im Gaza-Streifen die regierende Hamas aus demokratischen Wahlen hervorgegangen ist. Dieses wird hierzulande geflissentlich ignoriert, um die Hamas weiterhin mit dem Etikett „terroristisch“ versehen zu können, was die menschen- und völkerrechtswidrige Blockade Israels legitimieren soll.

Auch das jahrzehntelang konservierte Bild von Israel als einem demokratisch regierten Land bekommt immer mehr Risse. Zu denken muss geben, dass Rechtsextremisten aus mehreren europäischen Ländern sich bewusst Israel-freundlich geben. Schließlich sind Muslime der gemeinsame Feind und man entsorgt bei Rechtsextremisten damit nebenbei den ihnen zumeist anhaftenden Antisemitismus-Vorwurf. Eine Kritik an der israelischen Politik ist mittlerweile auf mehreren Ebenen notwendig. Der Umgang mit Palästinensern innerhalb der israelischen Staatsgrenzen entwickelt sich zunehmend zu einer Apartheid-Politik. Die anhaltende Blockade des Gaza-Streifens bezeichnen manche kritische Stimmen bereits als Genozid. Noch kritischer ist die Außenpolitik zu sehen, die das Risiko eines kriegerischen Flächenbrandes in Kauf nimmt.

Daran ändert auch nicht der Umstand, dass es aktuell um den Konflikt zwischen Israel und den Iran etwas ruhiger geworden ist. Dieses ist aber nur dem Umstand geschuldet, dass die angebliche Bedrohung der arabischen Welt durch den Iran wohl nur von den autokratischen Herrschern in der Region so gesehen wird, d.h. denjenigen, die sich jetzt von der Demokratiebewegung bedroht fühlen. Der Artikelbeitrag von Joachim Guilliard über die Gasvorkommen vor der gemeinsamen Küste Libanons und Israels zeigt auf, dass neue Konfliktfelder für eine andauernde Kriegsgefahr sorgen.

Zum Schluss nochmal ein Hinweis in eigener Sache: Wie bereits in der letzten Ausgabe angekündigt, haben wir ab dieser Ausgabe die Seite 15 fest für das Friedensnetz Baden-Württemberg reserviert. Der Inhalt dieser Seite wird komplett vom Friedensnetz beigesteuert.

Karl-Heinz Peil

Erscheinungsweise und Bezugsbedingungen

Das Friedens-Journal erscheint sechs mal jährlich und ist zum Solipreis von 15,00 EUR über die Redaktionsanschrift (siehe unten) zu beziehen.
Internet: www.frieden-und-zukunft.de [externer Link].

Das FriedensJournal wird herausgegeben vom Bundesausschuss Friedensratschlag.
Redaktion:
Hugo Braun, Christine Buchholz, Bernd Guß, Lühr Henken, Hans-Peter Richter, Bärbel Schindler-Saefkow, Peter Strutynski, Horst Trapp. V.i.S.d.P.: Karl-Heinz Peil

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