In eigener Sache (Friedensratschlag)
Dieser Internet-Auftritt kann nach dem Tod des Webmasters, Peter Strutynski, bis auf Weiteres nicht aktualisiert werden. Er steht jedoch weiterhin als Archiv mit Beiträgen aus den Jahren 1996 – 2015 zur Verfügung.

"In eigener Sache" 7

Die wichtigsten Mitteilungen (bis 2009)

Unter dieser Rubrik berichten wir gelegentlich und in unregelmäßigen Abständen über innere Entwicklungen der AG Friedensforschung an der Universität Gesamthochschule Kassel, die den jährlichen Friedensratschlag veranstaltet, sowie über verwandte Themen und Ereignisse.




Ein aktuelles Rundmail aus der Friedensbewegung

Der Bundesausschuss Friedensratschlag verschickte am 22. November 2009 ein Rundmail, das wir im Folgenden dokumentieren.

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dem achten Rundmail des Friedensratschlags in diesem Jahr wollen wir auf ein paar uns besonders wichtig erscheinende Entwicklungen, Ereignisse und Projekte hinweisen, nämlich auf
  1. die Abstimmungsaktionen der Friedensbewegung zum Afghanistan-Krieg,
  2. den nächsten Friedensratschlag am 5./6. Dezember in Kassel,
  3. ein Projekt/Angebot von Diether Dehm
  4. einen Spendenbrief des "Bundesausschusses Friedensratschlag"
Es handelt sich ausschließlich um gute Nachrichten.
Daher möchte ich zu Beginn von einem sympathischen Versuch von Journalistinnen und Journalisten berichten, die das tägliche Nachrichtengeschehen mit ausschließlich guten oder positiven Nachrichten zu korrigieren trachten. Die Initiative ist mit dem Webangebot www.tageschance.de ans Licht der Öffentlichkeit getreten - in bewusster Anlehnung an den und Abgrenzung von dem Nachrichtenkanal www.tagesschau.de.

Die Initiative begründet das Projekt folgendermaßen:
"Wir sind die Plattform für gute Nachrichten aller Art, aus der Nachbarschaft, aus den Städten, aus den Bundesländern, aus Übersee oder Europa, einfach von überall her. Wir wollen den Blick auf die Welt verändern und mittels Vermittlung Ihrer und Eurer guten Nachrichten, mithelfen, Mut, Einsatzfreude und Motivation für die Gemeinschaft zu fördern!
Wir wollen eine komplementäre Ergänzung zu den täglichen Schreckensmeldungen aus aller Welt, die uns Zuschauer lähmen: Krieg im Nahen Osten, Hunger in Afrika, Terroranschläge weltweit. Fragwürdige Militäreinsätze im Ausland und zweifelhafte Sicherheitsgesetze, im Inneren, die Finanzkrise und überall so viel Angst.
tageschance will Mut machen mit Nachrichten und Filmbeiträgen der anderen, der positiven Art!"

Wer mehr wissen möchte, sehe sich die Website an: www.tageschance.de

1) Abstimmungsaktionen der Friedensbewegung zum Afghanistan-Krieg

Auch dies eine gute Nachricht: Die Friedensbewegung mobilisiert im ganzen Land gegen den Afghanistan-Krieg! In diesem Fall mit Abstimmungsaktionen, die mittlerweile begonnen haben. Sie sollen bis zum 28. November abgeschlossen sein. Die Beteiligung - so viel kann jetzt schon gesagt werden - ist sehr erfreulich.
Was getan werden kann, ist der Website der Kampagne "Truppen raus aus Afghanistan" zu entnehmen: www.afghanistandemo.de
Bitte meldet eure lokalen Abstimmungsergebnisse bis zum 30. November an: abstimmungsaktion@gmx.de

Der Bundestag wird in erster Lesung am 26. November über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan beraten. Die Abstimmung wird dann eine Woche später (entweder 3. oder 4. Dezember) stattfinden. Aus diesem Anlass werden wir in Berlin in der Näe des Reichtstagsgebäudes Aktionen vorbereiten. Vertreter aus möglichst allen Abstimmungsorten sollen an diesen Aktionen teilnehmen.

2) Friedenspolitischer Ratschlag am 5./6. Dezember in Kassel

Und wenn das keine gute Nachricht ist! In zwei Wochen findet der 16. Friedenspolitische Ratschlag in Kassel statt.
Einladungen für diesen wichtigen Kongress sind bereits per Post und per e-mail verschickt worden. Hier nur noch einmal in Kürze zur Erinnerung:
"Kapitalismus, Krise und Krieg - Den Kreislauf durchbrechen!"
16. Friedensratschlag an der Uni Kassel
Am 5. und 6. Dezember 2009
Beginn: Samstag, 5. Dezember, 12 Uhr (Einlass und Anmeldung ab 11 Uhr)
Ende: Sonntag, 14 Uhr.

Vorabendveranstaltung: KrisenFest, ein kabarettistisch-musikalischer Abend; 4. Dez. 20 Uhr im Dock 4

Hier geht es - auf zwei Wegen - zum Programm: Über einen ähnlich guten Besuch wie in den Vorjahren würden wir uns riesig freuen.

3) Ein Projekt/Angebot an die Friedensbewegung von Diether Dehm

Die guten Nachrichten reißen nicht ab:
Die holländische Gruppe *bots* hat wohl die am meisten verbreiteten deutsch­sprachigen Friedenslieder nach dem Krieg gemacht und gesungen. "Das weiche Wasser" wurde am 10. Oktober 1981 im Bonner Hofgarten "uraufgeführt" als Hunderttausende gegen Pershings und cruise missiles demonstriert haben. Mit dem Lied "Was wollen wir trinken, sieben Tage lang" (der Hymne von "Rock gegen rechts" 1979) mit "Aufstehn" und "Entrüstung" sind die *bots* auch aus der Antiatom- und der antifaschistischen Bewegung in den Achtzigern nicht wegzudenken. Wie Ihr in beilie­gendem Text von Konstantin Wecker lesen könnt, ist dann ihr Sänger schwer erkrankt, ist die Band in eine schwere Krise geraten und dann auch über fast fünfzehn Jahre in Deutschland nicht mehr aufgetreten. Nun haben sich die Musiker wieder zusammengefunden mit dem Sänger, der noch von seinem Vorgänger vor dessen Tod vor zwei Jahren eingearbeitet worden war, haben im Studio ihre bekanntesten Werke neu aufgenommen und werden im Jahr 2010 wieder zu einer Deutschlandtour starten. Es ist der ausdrückliche Wunsch der *bots* auf Friedenskundgebungen von Ostermarsch- und Antikriegsbewe­gung aufzutreten. Die Gruppe verbindet eine lebensfrohe, ermutigende Grundstim­mung mit populären Texten, die den Problemen unserer Zeit sowohl literarisch als auch intellektuell gerecht werden.

Deswegen bitte ich Euch herzlich, mit Kutlu Yurtseven von der Kölner Rapperband "Microphone Mafia" Kontakt aufzunehmen, *der die Buchungen der Band in seinem Kölner Büro übernommen hat *und auch gemeinsam mit der Band auftreten wird.

e-mail: mailto:booking@aldenterecordz.de
Adresse:
al dente media GmbH
Brühler Straße 101
50389 Wesseling
Tel: +49 171 9349041

Dr. Diether Dehm, MdB

4) Spendenbrief des "Bundesausschusses Friedensratschlag"

Daraus wird hoffentlich bald eine wirklich gute Nachricht - dann nämlich, wenn Geld in die Kasse kommt.

Im nächsten Jahr wird es größere Veränderungen beim "Friedensratschlag" geben, jener bundesweiten Friedensinitiative, die bisher weder einen Vorstand noch eine Kasse noch ein Büro oder ähnliches hatte - "Bewegung" eben im ursprünglichen Sinn des Wortes.

Damit stoßen wir aber schon seit längerem an die Grenzen unserer politischen Wirksamkeit. Ohne Moos ist eben auch in der Bewegung nix los. Daher wollen wir einen Brief an möglichst viele Personen aus der Friedensbewegung schicken, worin wir um Spenden für die Arbeit des Friedensratschlags bitten. Dieser Brief nun ist von vielen bekannten Persönlichkeiten und Aktivistinnen/Aktivisten aus der Friedensbewegung unterschrieben werden und wird demnächst auch in gedruckter Form vorliegen. hier der Brief in Kurzform:

*****

Frieden braucht Visionen - Frieden braucht Menschen mit Visionen

(...) Eine starke Friedensbewegung gehört zum Wichtigsten und Notwendigsten in diesem Land. Dazu braucht es Orte und Zeiten der gemeinsamen Analyse und Reflexion. Das bieten wir mit den jährlichen Sommerakademien und Friedensratschlägen an. Und es braucht genauso entschieden die gemeinsame Verabredung für friedenspolitische Positionen und Aktionen.

(...) Der Bundesausschuss Friedensratschlag hat sich .. einen Namen gemacht durch die Organisierung der bundesweiten und internationalen "Friedensratschläge", die jeweils am ersten Dezemberwochenende in Kassel stattfinden. Das "Friedensjournal" als gedrucktes Organ des Bundesausschusses und die Internetseite www. der AG Friedensforschung (welche die jährlichden "Friedensratschläge" organisiert) sind zu wertvollen Informationsquellen der Friedensbewegung geworden.
Das ist nicht immer einfach zu realisieren für eine Bewegung ohne Mitgliederstrukturen und ohne finanzkräftige Geldgeber. Unsere Veranstaltungen werden durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer finanziert. Bezahlte hauptberufliche MitarbeiterInnen gab und gibt es nicht.
Wir laden dazu ein, die Arbeit des Friedensratschlags zu stärken: Durch Ihre/eure Mitarbeit und durch finanzielle Unterstützung.
Finanzielle Beiträge in jeder Höhe sind willkommen. Daueraufträge geben uns zusätzliche Planungsspielräume. Spenden an unseren gemeinnützigen Verein "Kasseler Forum für den Frieden" sind steuerlich abzugsfähig.


BUNDESAUSSCHUSS FRIEDENSRATSCHLAG
KASSELER FORUM FÜR DEN FRIEDEN e.V. (gemn.)
Konto Nr.: 217 001 232, Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53

Unterzeichner/innen:
Hanne Adams, Erfurt * Jan van Aken, MdB * Elmar Altvater, Berlin * Matin Baraki, Marburg * Johannes M. Becker, Marburg * Rolf Becker, Hamburg * Horst Bethge, Hamburg * Detlef Bimboes, Berlin * Eva Boller, Bremen * Dieter Boris, Marburg * Christine Buchholz, MdB * Peter Bürger, Düsseldorf * Ernst Busche, Bremen * Rainer Butenschön, Hannover * Murat Cakir, Kassel * Manfred Coppik, Offenbach * Sevim Dagdelen, MdB * Daniela Dahn * Ariane Dettloff, Köln * Hartmut Drewes, Bremen * Wolfram Elsner, Bremen * Reinhard Frankl, Aschaffenburg * Wolfgang Gehrcke, MdB * Jürgen Grässlin, Freiburg * Joachim Guilliard, Heidelberg * Regina Hagen, Darmstadt * Traudel Haury, Ingolstadt * Claudia Haydt, Tübingen * Lühr Henken, Hamburg * Ute Hinkeldein, Erfurt * Willi Hofmeister, Dortmund * Inge Höger, MdB * Marianne Hornung-Grove, Kassel * Franz Iberl, München * Ulla Jelpke, MdB * Wolfgang Kirstein, Hamburg * Wolfgang Kuhlmann, Düsseldorf * Dieter Lachenmayer, Stuttgart * Christiane Lammers, Köln * Ute Lampe, Braunschweig * Sabine Leidig, MdB * Ekkehard Lentz, Bremen * Karin Leukefeld, z.Zt. Damaskus * Walter Listl, München * Leo Mayer, München * Birgitta Meier, Nürnberg * Bernd Meimberg, Sirksfelde * Brunhild Müller-Reiß, Hannover * Jochen Nagel, Frankfurt * Arno Neuber, Karlsruhe * Willi van Ooyen, Frankfurt a.M. * Elfi Padovan, München * Norman Peach, Hamburg * Detlef Peikert, Aachen * Karl-Heinz Peil, Frankfurt a.M. * Tobias Pflüger, Tübingen * Günter Pierdzig, Bamberg * Lilo Rademacher, Friedrichshafen * Elsa Rassbach, Berlin * Ula Richter, Dortmund * Wolfgang Richter, Berlin * Anne Rieger, Graz (Östrr.) * Gabriele Röhrig, Hanau * Thomas Roithner, Wien, Schlaining * Peter Römer, Kassel * Werner Ruf, Edermünde * Ulli Sander, Dortmund * Monty Schädel, Waren/Müritz * Paul Schäfer, MdB * Sabine Schiffer, Erlangen * Bärbel Schindler-Saefkow, Berlin * Torsten Schleipp, Leipzig * Stefan Schmalz, Kassel * Horst Schmitthenner, Frankfurt * Ulrich Schneider, Kassel * Claus Schreer, München * Anne Schreiner, Göttingen * Conrad Schuhler, München * Ursula Schumm-Garling, Frankfurt a.M. * Frank Skischus, Gudensberg * Hans von Sponeck * Eckart Spoo, Berlin * Benno Stahn, Kiel * Sibylle Stamm, Stuttgart * Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB * Peter Strutynski, Kassel * Horst Trapp, Frankfurt * Ljiljana Verner, Hannover * Ellen Weber, Gersfeld * Laura von Wimmersperg, Berlin * Ernst Woit, Dresden * Ewald Ziegler, Nürnberg * Wolfgang Ziller, Schweinfurt * Elke Zwinge-Makamizile, Berlin


*****

Möge der Appell Früchte tragen!

Viel Erfolg wünsche ich bei den noch ausstehenden Abstimmungsaktionen zum Afghanistan-Krieg.

Bis zum Friedensratschlag am 5./6. Dezember
herzliche Grüße
Peter Strutynski




Unterstützung gesucht

Mit weit über einer Million Zugriffen im Monat ist der Internet-Auftritt der AG-Friedensforschung zentrale Anlaufstelle für Friedensbewegte, Friedensforscher/innen und die interessierte Öffentlichkeit. Auf unseren Seiten berichten wir über aktuelle Entwicklungen in den Krisenregionen dieser Erde, dokumentieren Meldungen und Erklärungen aus Politik, Wissenschaft und Friedensbewegung und veröffentlichen zahlreiche Hintergrundberichte und Analysen zu zentralen friedenspolitischen Themen.

Chroniken zu ausgewählten Ländern

Ein wichtiger Bereich unserer Internetpräsenz sind die laufend aktualisierten Chroniken. Zu neun Ländern/Regionen (von Afghanistan über den Nahen Osten bis Sudan) dokumentieren wir kompakt und übersichtlich die neuesten Meldungen. Die Nachfrage nach diesen Seiten zeigt, dass wir mit den Chroniken unseren Lesern einen hilfreichen Dienst erweisen: Besonders stark besucht werden derzeit die Afghanistan-, die Irak-, die Iran- und die Sudan-Chronik.

Gleichzeitig verursacht die laufende Pflege aller Chroniken einen kaum mehr zu bewältigenden Arbeitsaufwand: Die Recherche und Auswertung in zahlreichen Nachrichtenquellen und die Zusammenstellung der Chroniken kosten schlichtweg zu viel Zeit, als dass sie von einer einzelnen Person (die zudem noch viele andere Aufgaben hat) zu bewältigen sind.

Aus diesem Grund suchen wir engagierte Freiwillige, die bereit sind, über einen (längeren) Zeitraum die Pflege einer Landeschronik zu übernehmen. Konkret umfasst dies folgende Aufgaben:
  • Regelmäßiges Verfolgen der aktuellen Nachrichtenlage zum ausgewählten Themengebiet
  • Zusammenfassung wesentlicher Entwicklungen im Stil der bisherigen Chroniken
  • Einsendung der aktualisierten Chroniken möglichst 1x wöchentlich
Besondere Computerkenntnisse sind nicht erforderlich: Die Zusammenstellung der aktualisierten Texte kann in Word oder als E-mail-Text erfolgen.
Da wir diese Seite ohne finanzielle Unterstützung betreiben, können wir leider kein Gehalt zahlen; einziger Lohn ist der Dank unserer Leser.
Wir suchen daher Helfer, die uns unentgeltlich in ihrer Freizeit ca. 2-3 Stunden pro Woche unterstützen und somit den weiteren Fortbestand aller Chroniken sicherstellen.

Interessenten melden sich bitte per E-mail an:
Peter Strutynski (strutype@uni-kassel.de)





Kassel, den 5. März 2007

Es dürfte den Besuchern dieser Website kaum entgangen sein, dass die AG Friedensforschung 10 Tage lang nichts Neues mehr ins Netz stellte. Der Grund hierfür: eine kaputte Festplatte.

Homepage wieder auf dem neuesten Stand

Nun endlich konnte alles gerettet und auf einen neuen PC übertragen werden. Und allmählich findet die Homepage auch wieder den Anschluss an die aktuellen Ereignisse (siehe die Eintragungen für Ende Februar/Anfang März auf der Homepage: www.).

Besonders ans Herz legen möchte ich die Dokumente zur Auseinandersetzung um den Tornado-Einsatz sowie die Warnungen vor einem Irankrieg: Zu Afghanistan ist sehr aufschlussreich erstens die Bundestagsdebatte vom vergangenen Mittwoch (1. Lesung), die hier vollständig dokumentiert ist:
Steinmeier: "Wir haben in Afghanistan viel erreicht" - "Schäfer: "Die Bilder aus den Tornados sind nicht für das Familienalbum".
Sodann natürlich die Stellungnahmen gegen den Tornado-Einsatz, etwa vom Friedensratschlag und vom "Darmstädter Signal": "Es handelt sich unzweideutig um einen Kampfeinsatz" - "Ein abermaliges Armutszeugnis für den Bundestag".

Zum Iran konnte nun auch der von Mohssen Massarrat initiierte informative Brief an Bundeskanzlerin Merkel dokumentiert werden: "Tun Sie alles Mögliche ..."

Trotz des Artikelstaus Ende Februar ist die Präsenz der Website weiterhin auf einem erfreulich hohen Niveau. "Erfolgreich bearbeitete Anfragen" im Februar 2007: 1.330.854; "Durchschnittlich bearbeitete Anfragen pro Tag" (im Monat Februar): 47.531. Das kann sich sehen lassen. In dieser starken Nachfrage drückt sich der gestiegene Bedarf an seriösen kritischen Informationen und Hintergrundberichten aus - etwas, was in den Mainstream-Medien nur selten anzutreffen ist. Deren Schwäche - ist unsere Stärke. So einfach kann das manchmal sein.

Highlights aus dem Februarangebot waren zweifellos die Reden, die auf der "Sicherheitskonferenz" in München gehalten wurden, insbesondere die bemerkenswerte Rede des russischen Präsidenten Putin:
"Ich denke, dass für die heutige Welt das monopolare Modell nicht nur ungeeignet, sondern überhaupt unmöglich ist".
Gleich dahinter rangieren Berichte über "Blutdiamanten", die wir anlässlich des in den Kinos angelaufenen neuen Hollywood-Films "Blood Diamonds" ins Netz stellten, z.B. folgende Seite:
Blood Diamonds - Hollywood und die Wirklichkeit.

Sehr gut an genommen wurde der gut recherchierte und gründliche Hintergrundbericht über die Konflikte im Sudan: "Nächster Interventionskandidat Sudan?" von Lühr Henken:
Nächster Interventionskandidat Sudan?.
Weiterhin lesenswert auch die Analyse des Afrikaforschers Stefan Kröpelin:
"S u d a n / D a r f u r : Der inszenierte Konflikt".

Dauerthema weiterhin der Nahe Osten und hier erwähnenswert der erfrischende Artikel von Uri Avnery: "Muss ein Indianer das Existenzrecht der Vereinigten Staaten anerkennen?"
"Mekka entgegen".

Dann kommen Afghanistan (Tornado-Einsatz: siehe:
"Regierung von allen guten Geistern verlassen"?)
und der drohende Krieg gegen Iran. Hierzu fand die Rede des iranischen Chefunterhändlers Aki Laridschani in München große Resonanz: "In Irans Sicherheitsdoktrin ist kein Platz für atomare und chemische Waffen".
Viel gelesen wurden aber auch die Warnsignale. die insbesondere aus Großbritannien und den USA zu uns drangen, siehe z.B.:
"Steht ein Angriff auf Iran bevor?"

Vielleicht verführen diese Hinweise den einen oder die andere dazu, wieder einmal in unserem breit gefächerten Angebot zu stöbern. Es gibt keine Weltregion, fast kein Land und so gut wie kein friedenspolitisches Thema, das nicht auf den Seiten der AG Friedensforschung abgehandelt würde. Die zahlreichen Anfragen von Studierenden aus vielen Universitäten (auch aus dem Ausland) zeigen, dass wir unser Angebot weiterhin hoch halten, nach Möglichkeit sogar noch erhöhen müssen. Letzteres scheitert indessen an unseren Kapazitäten.

Am kommenden Freitag (9. März) wird der Bundestag in dritter Lesung über den Tornadoeinsatz befinden. Das Ergebnis ist bekannt. Die "Aufklärer" werden nach Afghanistan geschickt und Deutschland wird noch tiefer in den schmutzigen Krieg hinein gezogen. Dass es auch anders geht, dass an Stelle militärischer Maßnahmen zivile Mittel die einzige Erfolg versprechende Strategie darstellen, zeigt ein Artikel, der am vergangenen Freitag (2. März) in der Süddeutschen Zeitung" veröffentlicht wurde (wieder so eine seltene Ausnahme in den Mainstream-Blättern): "Wie man einen Krieg verliert". Autor: Reinhard Erös, Oberstabsarzt a.D. und Gründer der sehr angesehenen "Kinderhilfe Afghanistan". Auch diesen lesenswerten Artikel haben wir mit freundlicher Genehmigung des Autors auf der Website unterbringen können: "Wie man einen Krieg verliert" (pdf-Datei).

Die Friedensbewegung wird in den nächsten Tagen noch einiges unternehmen, damit neben der Linksfraktion noch mehr Abgeordnete von den Grünen, vielleicht auch aus der FDP und aus den Regierungsfraktionen mit Nein stimmen. Sie verdienen unsere Unterstützung.




Kassel, den 14. Februar 2007

Bilanz der "Friedensvorlesungen 2006/2007"

Die AG Friedensforschung hat auch in diesem Wintersemester eine Friedensvorlesungsreihe mit insgesamt 10 Vorlesungen veranstaltet. Das Motto der Friedensvorlesungen lautete: "Die Re-Militarisierung der Politik - Von der 'humanitären Intervention' zum Krieg um Rohstoffe".
Das Programm zu dieser Reihe (die wir seit fünf Jahren regelmäßig durchführen) kann hier eingesehen werden (html-Datei oder pdf-Datei).

Der Besuch der einzelnen Abende war sehr unterschiedlich und bewegte sich zwischen 45 und über 100 Personen. Die Veranstaltungen mit der geringsten Beteiligung fanden eher am Semesterende statt. Auch zeigte sich, dass Themen mit direktem aktuellen Bezug (z.B. Nahost-Konflikt, Atomstreit mit Iran, Feindbild Islam) besser ankamen als allgemeine Grundlagen-Themen (z.B. Kriege im 21. Jh., Erweiterter Sicherheitsbegriff, Gewaltverbot).

Wie immer bei derartigen Ringvorlesungen setzte sich das Publikum aus Studierenden und außeruniversitären Besuchern zusammen, wobei die Studierenden - vor allem am Semesterende - in der Minderheit waren. Erfreulich war, dass einige Vorlesungen auch von Schulklassen aus Kassel und der Region besucht wurden.

Die Referentinnen und Referenten kamen (fast) alle aus dem Bereich der Friedensforschung und (geografisch) aus Berlin, Dresden, Edermünde, Frankfurt/M., Hamburg, Marburg/L., München und Wien. Die Kosten der Vorlesungsreihe (Fahrtkosten, Übernachtungen, Honorare, Druckkosten Programm) wurden zum Teil aus den Einnahmen (Eintrittsgeld für Nicht-Studierende), zum Teil aus Restmitteln der AG Friedensforschung gedeckt. Eine Alimentierung durch den Fachbereich hat es nicht gegeben.

Wie in den Vorjahren werden die Referate - zusammen mit anderen Beiträgen - in einem Band der "Kasseler Schriften zur Friedenspolitik" (Jenior Verlag) veröffentlicht.




Kassel, den 28. Oktober 2006

Zu Beginn jeden Wintersemesters herrscht Hochbetrieb an den Unis. In unserem Fall wird die Lage dadurch verschärft, dass zur selben Zeit, da Studienanfänger in die Seminare und Vorlesungen strömen und nach Orientierung suchen, auch noch der "Friedenspolitische Ratschlag" (immer am ersten Wochenende im Dezember) und die "Friedensvorlesungs"-Reihe in trockene Tücher gebracht werden müssen.

Heute kann schon einmal "mission accomplished" gemeldet werden. Das Programm für den Friedenspolitischen Ratschlag kann ab sofort als pdf-Datei eingesehen werden, und die Vorlesungsreihe steht ebenfalls, nämlich hier:
Die Re-Militarisierung der Politik
Von der "humanitären Intervention" zum Krieg um Rohstoffe. Friedensvorlesungen 2006/07 an der Uni Kassel

Zum "Friedensratschlag 2006"
Darüber werden sich alle, die zu den "Dauergästen" des Ratschlags gehören, besonders freuen: Nachdem wir voriges Jahr an den Holländischen Platz ausweichen mussten, findet der Kongress wieder am gewohnten Standort Wilhelmshöher Allee 71 statt. Außerdem haben wir das Programm etwas großzügiger gestaltet, indem wir am Samstagnachmittag (2. Dezember) entgegen der bisherigen Gewohnheit nicht mehr zwei parallele Arbeitsgruppenrunden, sondern nur noch eine Runde eingebaut haben. Dadurch steht erstens etwas mehr Zeit zur Diskussion in den Arbeitsgruppen zur Verfügung und zweitens kann ein ganz zentrales Thema, nämlich der Nahostkonflikt, in einer zusätzlichen Plemumsveranstaltung für alle angeboten werden.
Hoffentlich stößt der Friedensratschlag wie in den vergangenen Jahren wieder auf große Resonanz. Das Programm, die vielen Referentinnen und Referenten hätten es jedenfalls verdient - und die vor uns liegenden Herausforderungen (Militarisierung der deutschen Außenpolitik, deutsche EU-Präsidentschaft im nächsten Halbjahr, Kriegsschauplätze von Afghanistan bis Sudan, Lichter der Hoffnung in Lateinamerika u.v.a.m.) sowieso.

Entwicklung der Homepage

Die erfreuliche Entwicklung des Internetangebots der AG Friedensforschung hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt und uns fast jeden Monat neue Rekorde beschert.

Der überaus gute Besuch der Homepage im Jahr 2006 drückt sich z.B. darin aus, dass in den bisherigen neun Monaten des Jahres 2006 bereits weitaus mehr Seitenanfragen zu verzeichnen sind als in den 12 Monaten des letzten Jahres (und das war ja auch schon ein Rekordjahr gewesen).

2005 insgesamt (12 Monate): 4,561 Mio.
2006 (Jan. - September, 9 Mon.): 5,314 Mio.

Die Zugriffe auf die Homepage insgesamt liegen wesentlich höher. Wegen einer statistischen Umstellung im Februar 2005 können korrekterweise aber nur die Monate Februar bis September verglichen werden:
Zugriffe Februar-September insgesamt:
2005: 6,5 Mio
2006: 10,9 Mio.

Praktika

Das Interesse von Studierenden an einem Praktikumsplatz in unserer AG Friedensforschung hat ebenfalls zugenommen. In diesem Jahr haben wir zwei Praktikanten "beschäftigt". Für "lau", wie man so schön sagt, worüber bei uns aber keine Freude aufkommt, da wir die gute Arbeit von Praktikantinnen und Praktikanten gern auch finanziell honorieren würden. Dass dafür - zur Zeit - keine Mittel vorhanden sind, ist sehr zu bedauern. Hoffentlich hält das Interesse an der Mitarbeit in der AG Friedensforschung trotzdem an.

Öffentlichkeitsarbeit

Die überaus gute Internet-Präsenz der AG Friedensforschung trägt auch dazu bei, dass die Anfragen an sie manchmal nur schwer zu bewältigen sind. Es vergeht kaum eine Woche, in bestimmten Zeiten kaum ein Tag, wo Vortragswünsche oder Interview-Anfragen bei Rundfunk- und Fernsehsendern befriedigt oder Gastkommentare für Zeitungen abgeliefert werden müssen. Vor wenigen Tagen wurden wir in die prominente Galerie der "Tagebuch"-Einträge des Gesellschafter-Projekts der "Aktion Mensch" aufgenommen mit einem Tageskommentar zum nordkoreanischen Atomwaffenprogramm. Anlass war der Auftakt der "Internationalen Abrüstungswoche". Der Kommentar kann hier angesehen werden ("Vollmundig in die Katastrophe?"):
http://diegesellschafter.de.




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